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Snowden-Affäre: Britische Regierung setzte Guardian unter Druck

20.08.2013

Angeblich bereits Computer zerstört

Die britische Tageszeitung The Guardian veröffentliche die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zum Umfang der Aushorchaktivitäten der amerikanischen NSA und des britischen GCHQ als erste. Das lag daran, dass Snowden mit Journalisten des Guardian zusammenarbeitete und ihnen Material zukommen ließ. Aufgrund dieser Verbindung übten britische Geheimdienst- und Regierungsmitarbeiter massiv Druck aus, wie Guardian-Herausgeber Alan Rusbridger gestern Abend öffentlich bekannt machte. Sie drohten mit rechtlichen Schritten und verlangten, dass das Material "zurückgegeben" oder vernichtet wird. Der Empfänger einer Rückgabe sollte dabei nicht Snowden, sondern der britische Geheimdienst sein.

Dem Bericht nach argumentierten die Regierungs- und Geheimdienstmitarbeiter, der Guardian habe seinen "Spaß" gehabt, indem er eine Debatte über die Überwachung braver Bürger anzetteln konnte. Nun sei der Spaß vorbei und die Zeitung müsse dem Folge leisten, was man ihr befiehlt. In Folge solcher Drohungen kam es angeblich bereits zur physischen Zerstörung von Computern und Festplatten. Diese sei von Guardian-Mitarbeitern durchgeführt und vom Geheimdienst überwacht worden. Nach Abschluss der laut Rusbridger "bizarren" Ereignisse habe es geheißen, man könne die "schwarzen Hubschrauber" auch wieder zurückrufen. Schwarze Hubschrauber sind seit den 1990er Jahren ein Symbol für US-Verschwörungstheoretiker, die an dunkle Machenschaften und Pläne ihrer Regierung glauben.

Der wichtigste Guardian-Journalist in der NSA-Affäre war der Amerikaner Glenn Greenwald. Auch auf ihn übt man offenbar Druck aus: Am Sonntag hielten britische Behörden seinen Lebensgefährten neun Stunden lang am Londoner Flughafen Heathrow fest und verhörten ihn. Seinen Computer und seine USB-Sticks behielten sie auch nach seiner Freilassung ein. Als Rechtsgrundlage für das Festhalten wurden Anti-Terror-Gesetze genannt. Eine detaillierte Begründung erfolgte nicht. Greenwald vermutet, dass der wahre Grund der (seiner Ansicht nach illegalen) Festnahme der Versuch war, ihn zu zermürben und einzuschüchtern.

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