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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Sparkurs trifft deutsche Exporte

30.08.2012

Deutsche Exporte in die Krisenländer Portugal, Griechenland, Spanien und Italien brechen ein

Im ersten Halbjahr konnte Deutschland seine Ausfuhren insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 % auf 550,5 Milliarden Euro steigern, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilt. Vor allem sind dafür die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) – sogenannte Drittländer – verantwortlich. Sie seien im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um 11,1 % auf 231,4 Milliarden Euro gestiegen. "Besonders hohe Zuwächse gab es bei den Ausfuhren nach Japan (+ 19,9 % auf 8,4 Milliarden Euro), in die USA (+ 18,6 % auf 41,7 Milliarden Euro) und nach Russland (+ 14,8 % auf 18,2 Milliarden Euro)."

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Genau umgekehrt verhalten sich die Exporte in kriselnde Euroländer. Die Lieferungen nach Portugal brachen sogar um 14,3% ein, in das abstürzende Spanien um 9,4% und in das depressive Griechenland erneut um 9,2%. Auch ins große Italien, das ebenfalls tief in die Rezession abgerutscht ist, gingen die Exporte deutlich um 8,2% zurück. Gesteigert werden konnten dagegen Ausfuhren ins benachbarte Frankreich um 4,2%, wo der Sozialdemokrat Hollande bekanntlich nicht auf der Sparbremse steht. Auch in die Niederlande nahmen sie um 4,4% zu. "Überdurchschnittlich angestiegen sind die Exporte in einige osteuropäische Staaten (Bulgarien + 20,7 %, Lettland + 18,3 %, Rumänien + 8,7 %, Litauen + 6,3 %, Estland + 6,1 %, Ungarn + 5,6 % und Tschechische Republik + 4,7 %)", meldet Destatis.

Dass Portugal und Italien nicht noch stärker abgestürzt sind, hängt auch damit zusammen, dass sie ihre Exporte steigern konnten. So lieferte Portugal 4,6% mehr Waren nach Deutschland als im Vorjahreszeitraum und Italien 4,3%. Spanien und Griechenland werden hierbei nicht erwähnt. Wie bei den Exporten in osteuropäische Länder stiegen auch die Importe aus diesen Ländern überdurchschnittlich: "Ein deutliches Plus erzielten unter anderem die Slowakei (+ 17,7 %), Rumänien (+ 14,6 %), Bulgarien (+ 8,6 %), Litauen (+ 8,5 %), Slowenien (+ 8,3 %) und Ungarn (+ 6,0 %)."

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