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Sterberisiko bei Einlieferung in Krankenhaus steigt an Feiertagen

02.02.2013

Nach einer britischen Studie hat ein Patient, der wegen eines Notfalls an einem Feiertag in ein Krankenhaus kommt, ein um 48 Prozent höheres Risiko, binnen sieben Tagen zu sterben

Es ist riskant, am Wochenende in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden oder es dort als Patient zu verbringen. Nach Untersuchungen steigt die Todesrate am Wochenende um etwa 10 Prozent an. Als Ursache wird meist die geringere Personaldichte vermutet. Nach einer britischen Studie ist es erwartungsgemäß auch riskanter, an Feiertagen in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden - aber nicht nur im Vergleich zu Werktagen, sondern auch zum Wochenende.

Für die Studie, die in der Zeitschrift Emergency Medicine Journal erschienen ist, wollten die Wissenschaftler überprüfen, ob es ein ähnliches Risiko für Feiertage wie für Wochenende gibt. Sie untersuchten dafür zwischen Januar 2008 und Dezember 2010 die Todesraten 7 und 30 Tage nach Einlieferung in ein Krankenhaus in Schottland, in das jährlich 6.700 Patienten wegen eines medizinischen Notfalls eingeliefert werden.

Während dieser Zeit wurden etwas mehr als 20.000 Patienten als Notfälle eingeliefert, 77 Prozent während der Werktage. 5,5 Prozent wurden an britischen Feiertagen eingeliefert, die sich mit Ausnahme des 1. und 2. Januar immer über 3 oder 4 Tage erstreckten. 771 Patienten (3,8%) starben innerhalb von einer Woche nach Einlieferung, 1.780 (8,9%) binnen eines Monats.

Bei Einlieferung am Wochenende lag unter Berücksichtigung von Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen könnten, die Todesrate allerdings nur geringfügig höher als während der Woche. An Feiertagen jedoch, gleich ob an einem Wochentag oder am Wochenende, stieg die Todesrate deutlich an. Binnen 7 bzw. 30 Tagen nach Einlieferung an Feiertagen starben 5,8 bzw. 11,3 Prozent der Patienten, an Werktagen nur 3,7 bzw. 8,7 Prozent. Das bedeutet, dass das Risiko für Patienten, sieben Tage nach Einlieferung wegen eines Notfalls an Feiertagen um 48 Prozent höher liegt, binnen 30 Tagen ist es um 27 Prozent höher als an den anderen Tagen.

Die Wissenschaftler konntenim Übrigen nicht feststellen, dass während der Woche mehr Ärzte als am Wochenende im Dienst waren, was gemeinhin als Grund für das unterschiedliche Sterberisiko gilt. Da aber britische Feiertage normalerweise mit einem Wochenende verbunden sind, woraus sich 3 oder 4 freie Tage ergeben, könnte sich ein "kumulativer Effekt" einstellen, der zuungunsten der Patienten wirkt. Wenn man davon ausgeht, so schreiben die Wissenschaftler, dass an allen Tagen gleich viele Menschen wegen schwerer Erkrankungen eingeliefert werden, "dann muss man zur Überzeugung kommen, dass ein kumulativer Effekt der fehlenden Versorgung oder fehlender Ärzte an Feiertagen an der in dieser Studie gezeigten höheren Todesrate an Feiertagen eine Rolle spielt". Was auch immer der Grund sein mag, so können die Patienten es kaum vermeiden, noch den letzten Feiertag abzuwarten, um ihr Sterberisiko zu senken, weil es sich bei ihnen ja um einen Notfall gehandelt hat, der eine schnelle Behandlung erfordert.

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