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Strenger Atem gegen Terroristen

21.01.2015

Die wundersame Welt des Polizeigewerkschaftlers Rainer Wendt (2)

Nachdem uns der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt vor zwei Jahren wissen ließ, dass Hacker per E-Mail Atomkraftwerke zur Explosion bringen, hat er nun eine neue Idee, wie er das Land endlich sicher machen könnte: Verzicht auf Blutkontrollen bei Alkoholsündern im Straßenverkehr, auf Begleitschutz von Schwertransporten und auf Fahrerfeststellung nach Verkehrsdelikten.

Ziel des Wendtschen Vorschlags ist allerdings nicht etwa, Terroristen durch betrunkene Autofahrer nach Zufallsprinzip zu liquidieren. Ebenso wenig geht es Wendt um die Erschwerung von Terrorismus mit schwerem Gerät, das im Konvoi transportiert werden müsste. Und auch das denkbare Fernziel, Terroristen die Zeit mit Selbstjustiz beim Suchen von Fahrerflüchtigen zu binden, hatte Wendt nicht im Sinn.

Vielmehr glaubt der für subjektives Risikoempfinden bekannte Wendt, dass durch Einsparung von Polizeiarbeit bei der Polizei 5.000 Kräfte frei würden, die bei der "zunehmenden Belastung der Polizei durch Terrorgefahr und Demonstrationen" sinnvoller eingesetzt werden könnten. Statt aufwändigen Blutalkoholkontrollen täte es Wendt zufolge auch heiße Luft, die von den als unzuverlässig geltenden Atemkontrollgeräten auf Alkohol untersucht werden könnte. Ein paar Justizirrtümer müssen wir im Revier des Rainer Wendt nun einmal verkraften. Und wer einen 1.000,- €-Blechschaden von einem Fahrerflüchtigen erleidet, dem ist es locker zuzumuten, für 6.000,- € einen Privatdetektiv anzuheuern.

Auch eine erhöhte Todesrate bei Überholmanövern von Schwertransporten stecken wir locker weg, etwa verursacht durch alkoholisierte Fahrer. Verkehrstote infolge Terrorhysterie sind nichts Neues. Als Reisende nach den Anschlägen von New York keine Inlandsflüge mehr buchten, sondern auf den Straßenverkehr auswichen und diesen verdichteten, stieg die Zahl der Verkehrstoten um 1.600 Opfer.

Wenn also künftig Ermittler der von den Bundesländern organisierten Polizei nicht mehr ihre Zeit mit Polizeiarbeit verplempern und sich stattdessen politischen Herausforderungen wie Terrorismus und Demonstrationen widmen, würden 3.000 Verfassungsschützer, 5.000 Bundeskriminalisten und 40.000 Mitarbeiter der Bundespolizei deutlich entlastet. Die nun frei werdenden Potentiale könnte man dann sinnvoller beschäfgtigen. Zum Beispiel mit der Fahrerfeststellung nach Verkehrsdelikten und mit dem Begleitschutz von Schwertransporten. Oder mit Alkoholtests an Polizeigewerkschaftlern.

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