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Studie bestätigt Unsinn von DRM im Musikvertrieb

02.12.2013

Verzicht auf Digital Rights Management führt bei Musik zu mehr Umsätzen

Als sich die Tonträgerindustrie in den 1990er Jahren Vorteile von Kopierschutzsystemen versprach, verärgerte sie vor allem ihre redlichen Käufer, deren CDs nicht mehr in allen Playern funktionierten. Praktisch jeder Schutz wurde ohnehin geknackt, dem mit Milliarden-Aufwand entwickelten Verfahren von Philips machte ein bloßer Filzstift einen Strich durch die Rechnung.

Nunmehr belegt eine Studie der Universität von Toronto, dass auch im Online-Handel die künstliche Verknappung von Produkten dem Verkauf wirtschaftlich mehr schadet als nutzt. So verglichen die Forscher bei 5.864 Alben von 634 Künstlern die Absatzzahlen, die zunächst mit und dann ohne Digital Rights Management (DRM) gehandelt wurden. Nach dem Verzicht stieg der Verkauf um 10% an. Die Steigerung bewegte sich bei älteren Werken bei 30%, bei bislang wenig verkauften Werken sogar bei 41%, während bei Bestsellern keine signifikante Änderung der Verkaufszahlen zu erkennen war - also auch nicht nach unten. Gut beworbene Künstler haben also offenbar keinen Vorteil von DRM, während bei unbekannten Künstlern der Verzicht auf DRM deren Entdeckung durch die Konsumenten erleichtert.

Die Website Torrentfreak.com weist darauf hin, dass diese Erkenntnis inzwischen im Musikbereich von den großen Labels geteilt wird. Klassische Musik etwa werde meistens DRM-frei vertrieben. Im Buchmarkt hingegen ist DRM sehr verbreitet. Da Bücher typischerweise nur einmal gelesen werden, während der Zugang zu neuer Musik über deren Wiederholung funktioniert, ist das Marketing beider Produktarten nur bedingt vergleichbar. Jedoch gibt es auch etliche Autoren, die ihren Bekanntheitsgrad vor allem Schwarzkopien verdanken, etwa wenn sie im Ausland keinen Verleger fanden. Eine Studie, ob die Käufer von eBooks den Verzicht auf DRM belohnen, ist bislang nicht bekannt. Da bei eBooks jedoch für verschiedene Reader unterschiedliche Formate eingeführt wurden, weil etwa marktstarke Plattformen die Hardware fremder Anbieter ausgrenzen möchten, dürften auch insoweit viele Kaufwünsche aus technischen Gründen gescheitert sein.

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