p
Politik News
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Südsudan: Volksgruppenkrieg zwischen Dinka und Nuer voll entbrannt

27.12.2013

Über 80.000 Menschen auf der Flucht

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat eingeräumt, dass viele Opfer des am 15. Dezember ausgebrochenen Bürgerkrieges im Südsudan aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit attackiert oder vertrieben wurden. Vorher hatten europäische und US-amerikanische Medien die bewaffneten Auseinandersetzungen als bloßem Machtkampf zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem im Juli entlassenen Vizepräsidenten Riek Machar dargestellt. Salva Kiir gehört der Volksgruppe der Dinka an, Riek Machar derjenigen der Nuer. Diese beiden wichtigsten Volksgruppen im Südsudan pflegen eine Erbfeindschaft, die sich sogar in ihren Mythen findet.

Dabei sprechen beide eine nilotische Sprache und sind Rinderzüchter. Aus dieser ökonomischen Gemeinsamkeit ergibt sich allerdings gerade der Konflikt um Ressourcen. In beiden Völkern dreht sich nicht nur das wirtschaftliche Leben um den Rinderbesitz, sondern die gesamte Kultur - inklusive ihrer traditionellen Religion. Sharon Hutchinson, die in den 1990ern eine Aktualisierung der ethnologischen Kenntnisse über die Nuer durchführte, stellte allerdings fest, dass dort inzwischen Waffen, die mit Zahlungen der als Bürgerkriegsflüchtlinge in westlichen Ländern aufgenommenen Volksangehörigen gekauft wurden, vielfach symbolische und rituelle Rollen zukommen, welche früher von Rindern eingenommen wurden.

Zentren der aktuellen Auseinandersetzungen sind die Provinzen Jonglei, Westlicher Oberer Nil, Warrap, Zentral-Äquatoria und Ost-Äquatoria. Dazu, welche Gebiete aktuell von Dinka-Regierungstruppen und welche von Nuer-Rebellen gehalten werden, gibt es ebenso widersprüchliche Meldungen wie zur Zahl der Toten. Laut UN sind aber inzwischen über 80.000 Menschen bürgerkriegsbedingt auf der Flucht. Zum Schutz von Zivilisten soll die Blauhelmtruppe der Vereinten Nationen jetzt von 7.000 auf 12.500 Mann aufgestockt werden.

Auf diplomatischer Ebene drohten US-Kongressabgeordnete in einem überparteilichen Brief mit dem Entzug von Hilfsgeldern und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton kündigte an, den griechischen Politiker Alexander Rondos als Sonderbeauftragten in die südsudanesische Hauptstadt Juba zu schicken. Die Großmacht China, die in der Provinz Westlicher Oberer Nil Erdölinteressen hat, will ebenfalls in Kürze einen Sonderbotschafter entsenden.

südsudan.gif
Karte: Telepolis

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.