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Nachrichten aus Kultur und Medien

Tagesschau-Ton-Witwe fürchtet um GEMA-Scheck

14.09.2012

Grit-Sieglinde Carste will der ARD eine Bearbeitung des Fanfarenfragments verbieten

Der vor über vierzig Jahren verstorbene Hans Friedrich August Carste war NSDAP-Mitglied und GEMA-Aufsichtsratsvorsitzender. Seine Schöpfungen wie "Das Erbe von Pretoria" (1934), "Sparkasse mit Likör" (1937) und "Maja zwischen zwei Ehen" (1938) kennt heute praktisch niemand mehr. Mit einer Ausnahme: Sechs Töne aus seiner sieben Minuten und 30 Sekunden langen "Hammond-Fantasie", mit denen die ARD seit 1956 ihre Nachrichtensendung "Tagesschau" einleitet.

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Nun protestiert Carstes Witwe Grit-Sieglinde, weil sie befürchtet, dass sich durch eine vom öffentlich-rechtlichen Sender angekündigte Bearbeitung des Fanfarenfragments durch den Hollywood-Filmkomponisten Henning Lohner (der bei Hans Zimmers Firma Remote Control beschäftigt ist) ihre monatlich vierstellige GEMA-Ausschüttung verringern könnte. Sie macht geltend, dass eine Bearbeitung eine potenzielle "Ehrverletzung" und nur mit ihrer Zustimmung möglich sei.

Allerdings wurden die sechs Töne bereits vier Mal überarbeitet: Schon bei der Aufnahme von 1956 hatte der Musiker Rolf Kühn Änderungen an Carstes Werk vorgenommen. In der Datenbank der GEMA sind bislang jedoch keine Bearbeiter eingetragen, obwohl die Verwertungsgesellschaft dies in anderen Fällen bereits bei bloßen Coverversionen macht. Auf Nachfrage dazu heißt es, es komme immer auf den Einzelfall an und man könne nichts genaues sagen.

Aber auch von Gebührenzahlerseite muss sich die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel (die kostenlose Inhalte für einen "Geburtsfehler des Internets" hält und mit 352.000 Euro im Jahr besser bezahlt wird als Angela Merkel) Kritik an der für das Jahresende geplanten Änderung anhören: Viele Zuschauer vermuten, dass der Zimmer-Mitarbeiter sich auch minimale Modifikationen ausgesprochen fürstlich vergüten lässt und bezweifeln Sinn und Zweck der Maßnahme. Ähnliche Proteste gab es 2006, als das ZDF 30 Millionen Euro an Gebührengeldern für ein "virtuelles Heute-Studio" ausgab.

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