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Taliban sollen vermehrt Kinder einsetzen

01.07.2010

In Reaktion auf die zunehmende Überwachung müssen nun die Kinder herhalten, weil diese von den Nato-Soldaten aus ethischen Gründen nicht so einfach angegriffen werden können

Angeblich sollen die Taliban in Afghanistan verstärkt auf Kinder setzen, um Bomben zu platzieren. Wie der Telegraph vom britischen Geheimdienst erfahren haben will, sollen die aufständischen Islamisten aufgrund der verstärkten Überwachung auf Kinder zurückgreifen, weil sie davon ausgehen, dass die Nato-Soldaten auf diese nicht feuern. In der Region von Sangin, die von Briten kontrolliert wird, sollen 12 Kinder, die jüngsten 5 Jahre alt, regelmäßig eingesetzt werden, um den Taliban zu helfen.

Die Zahl der Kinder, die für schnelles Geld derartige Hilfeleistungen machen, soll sich in den letzten Monaten vervielfacht haben. Ein Kind soll auch durch eine Explosion einer Bombe getötet, andere verletzt worden sein. Das britische Militär spricht nicht von Kindersoldaten, sondern von Kinderhelfern, die schon in frühem Alter indoktriniert worden seien. Angeblich werden sie auch eingesetzt, um die ausländischen Truppen auszuspähen.

Sollten die Berichte stimmen, was nicht unwahrscheinlich ist, so macht dies nur deutlich, dass asymmetrische Konflikte nicht durch überlegene Waffen oder Überwachung eingedämmt werden können, weil auch hier ein asymmetrisches Wettrüsten stattfindet. In den Regionen, in denen Menschenleben nicht viel wert sind, werden Menschen von den militärisch Unterlegenen eingesetzt, was die militärisch überlegenen Militärs und deren politische Verantwortlichen in Verlegenheit bringt, sofern sich diese gegenüber den skrupellosen Terroristen als die Kräfte des Guten darstellen wollen und sich daher zurückhaltend verhalten müssen.

Auf den ersten Blick beuten die Taliban auch kleine Kinder skrupellos aus, aber das können sie nur, weil in Afghanistan viele Menschen arbeitslos und arm sind und daher sich selbst und ihre Kinder "verkaufen". Daran ändern die teuren militärischen Einsätze nichts, sofern das Land nicht wieder aufgebaut wird. Insofern werden die militärischen Intervenierenden mit den strategischen Veränderungen, also beispielsweise mit dem Einsatz von Kindern, daran erinnert, dass es immer ein Ausweichen im Kampf gibt und dass präventive Militäreinsätze nach dem Motto: Deutschland oder die USA werden auch am Hindukusch verteidigt, so lange kontraproduktiv sind, so lange sich nicht die Situation der "befreiten" Menschen grundlegend verändert.

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