k
Kultur & Medien News
Nachrichten aus Kultur und Medien

Trump not welcome

07.01.2016

Petition gegen Einreise des Pöbel-Politikers in Großbritannien

232 Jahre nach Beendigung des US-englischen Unabhängigkeitskriegs fordern mehr eine halbe Million Briten per Petition, dem US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump die Einreise in das Vereinige Königreich zu versagen. Anlass hierzu war vor allem die Forderung Trumps, Moslems vorläufig die Einreise zu verweigern, bis man eine Lösung für dass Terrorismusproblem gefunden hätte. Inzwischen pöbelt Trump auch wegen der Vorfälle in Köln.

Die Forderung Trumps ist insofern irritierend, als dass die Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika explizit die freie Wahl und Ausübung der Religion garantierten und daher für Gläubige jeglicher Coleur besonders attraktiv waren.

Ob Terrorismus für die USA ein nennenswertes Problem ist, das die von Trump vorgeschlagenen Maßnahmen als verhältnismäßig erscheinen lässt, darf aus statistischer Sicht bezweifelt werden. So sterben in den USA jährlich 30.000 Menschen an Schusswaffen, darunter eine vierstellige Anzahl durch Polizeiwaffen. In Relation zu den jährlich ca 30 Terrorismus-Opfern sind damit Cops deutlich gefährlicher als Terroristen. Tödlicher als Terrorismus ist auch das US-Militär. So begehen jährlich etwa 300 GIs Suizid. Im sogenannten "Krieg gegen den Terror" sind inzwischen vier Millionen Muslime getötet worden.

Als Todesursache Nummer 1 gilt in den USA Fettleibigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump die Hersteller von braun gefärbtem Zuckerwasser oder diverse Fast Food-Ketten aus den USA verbannen würde, darf man ebenso vernachlässigen wie einen war on tobacco. Im Vergleich zu den anderen Industrienationen ist die Säuglingssterblichkeit in den USA grotesk hoch. Wahlkämpfe und Primarys lassen sich jedoch nicht mit nüchternen Argumenten gewinnen, sondern mit Stimmungsmache und Appellen an Gemeinsamkeiten wie Patriotismus.

Sollten sich die Trump-Kritiker durchsetzen, dürfte Trump seinen Fuß weder auf die britische Insel noch auf Nordirland setzen. Nicht betroffen wären mangels parlamentarischer Zuständigkeit etwa Kanada und Australien, obwohl auch dort die britische Queen Staatsoberhaupt ist. Rätselhaft bleibt, warum im Gegensatz zu den USA die Kanadier und Australier ohne 700 ausländische Basen und ohne Flugzeugträger friedlich existieren können.

Wer Trump nicht nur geographisch filtern möchte, kann den Demagogen mittels einer eigens geschriebenen App blocken.

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Guatemala in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Vergiftete Beziehungen

Männer oder Frauen: Wer hat recht?

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.