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US-Vorwahlen: Sanders lässt sich nicht abschütteln

27.03.2016

Linksgerichteter Politiker setzt sich gegen Hillary Clinton in Alaska, Hawaii und Washington durch

Im Vorwahlkampf in den USA lässt sich der linksgerichtete Bernie Sanders nicht ausbooten: Der innerparteiliche Herausforderer von Hillary Clinton in der Demokratischen Partei hat sich bei drei Vorwahlen am Samstag im Westen des Landes klar durchgesetzt. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gewann Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, in Alaska, Hawaii und Washington. Die Ex-First-Lady (1993-2001) und Ex-Außenministerin (2009-2013) Hillary Clinton ist zwar nach wie vor klare Favoritin im demokratischen Lager. Aber der Senator aus Vermont bleibt ihr auf den Fersen.

Sanders gewann nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen in Hawaii mit 71 zu 29 Prozent gegen Clinton. In Washington, wo am Samstag die meisten Delegiertenstimmen zu vergeben waren, siegte er mit 73 zu 27 Prozent, in Alaska setzte er sich mit 82 zu nur 18 Prozent durch.

Der Nordwesten der USA ist in weiten Teilen weiß und politisch liberal geprägt. Für den linksgerichteten Sanders sind das gute Voraussetzungen. Clinton hingegen kann sich auf Rückhalt in der schwarzen Bevölkerung und bei den Einwanderern aus Lateinamerika sowie der Karibik stützen. Deswegen setzte sie sich vor allem im Süden des Landes durch.

"Danke Alaska!", kommentierte Sanders in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Von uns gemeinsam geht die Botschaft aus, dass diese Regierung uns allen gehört." Später legte er nach: "Washington, vielen Dank für die enorme Unterstützung!" Seine Wahlkampagne habe deutlich an Dynamik gewonnen.

Sanders liegt allerdings noch immer hinter seiner Rivalin Clinton. Sie hat bei den bisherigen Vorwahlen deutlich mehr Delegiertenstimmen gewinnen können. Um Clinton gefährlich zu werden, müsste Sanders die noch anstehenden Vorwahlen mit deutlicher Mehrheit gewinnen, was vor allem bei größeren Staaten wie New York oder Pennsylvania unwahrscheinlich ist. Es wäre allerdings nicht die erste Überraschung, für die der Linke sorgen würde.

Sanders war einem breiteren Publikum in Europa nach seinem Überraschungssieg gegen Clinton Anfang Februar im US-Bundesstaat Iowa bekannt geworden. "Das war ein immenser Sieg für Sanders", sagte damals im Telepolis-Interview der US-Wirtschaftswissenschaftler und Marxist Richard Wolff. Einige Monate zuvor seien Sanders nur zehn Prozent der Stimmen vorhergesagt worden.

"Er hatte keine Wahlkampfmaschinerie, um die Menschen zu mobilisieren. Die Clintons haben ihren Apparat über 20 Jahre aufgebaut. Es gab, anders als bei Clinton, nur wenig Unterstützung von anderen Politikern", so Wolff, nach dessen Aussagen Sanders zwei Merkmale hat: das Label als "Sozialist" und den Umstand, dass er deutlich "anders" ist als herkömmliche Politiker, was auf Clinton keineswegs zutrifft. Seine erfolgreiche Kandidatur gegen Clinton sei ein "überwältigender Sieg in einem Land, das Sozialismus und Kommunismus über 65 Jahre in einer epischen Propagandaschlacht als das ultimative Böse gesehen hat".

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