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USA: Zum ersten Mal ein Geburtendefizit der Weißen

13.06.2013

Keine andere Bevölkerungsgruppe zeigte 2012 nach Angaben des Census Bureau einen ähnlichen Rückgang

Weiße Amerikaner bleiben mit 63 Prozent die größte Gruppe in den USA. Aber, wie Demographen laut Washington Post mit Überraschung feststellten, zeigt sich zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte ein Geburtendefizit der Weißen. Es wurden also 2012 weniger Weiße geboren als gestorben sind, weisen die neuen Zahlen des Census Bureau. Derartiges habe sich nicht einmal während der Depression oder in Kriegszeiten zugetragen, so die Bevölkerungswissenschaftler gegenüber der Zeitung.

Der Sterbeüberschuss, wie das Phänomen ihnen genannt wird, ist relativ klein: Er beträgt 12.400. Zum Vergleich: US-Bürger , die als non-Hispanic whites bezeichnet werden, zählen derzeit knapp 198 Millionen. So klein die Schwundzahl ist, so kommt ihr doch Signalwert zu, denn: Keine andere Gruppe zeigte einen ähnlichen Rückgang. Der übrigens durch Einwanderer - "meist aus Kanada und Deutschland, aber auch aus Russland und Saudi-Arabien(!)" - mehr als wettgemacht wurde. Die Zuwanderung unter weißen Immigranten betrug 188.000.

Überrascht waren die Demografen, weil sie diese Entwicklung zwar schon lange voraussagten, aber sie viel schneller kam als erwartet. Regelmäßig soll sie sich nach Berechnungen der Demografen des Census Bureau erst 2025 zeigen. Doch hatte die Volkszählungsbehörde schon im April letzten Jahres gemeldet, dass zum ersten Mal mehr Babys von Minderheiten geboren wurden.

Erklärt wird das Geburtendefizit unter den Weißen mit Auswirkungen der Krise. Kinderwünsche seien angesichts der finanziellen Unsicherheit auf später verschoben worden. Warum allerdings vor allem Weiße so reagierten - und nicht auch Angehörige der anderen Bevölkerungsschichten, die teilweise sehr viel stärker etwa von Arbeitslosigkeit betroffen waren, wird nicht weiter ausgeführt. In den nächsten Jahren könnte es wieder mehr Geburten unter den non-Hispanic whites geben, meinen die Experten. Langfristig allerdings muss sich diese Bevölkerungsgruppe, deren Altersdurchschnitt höher ist, darauf einstellen, dass ihre Renten wie auch Sozialleistungen von Angehörigen der bisherigen Minderheiten bezahlt werden. Politiker können aber noch eine ganze Weile damit rechnen, dass die Mehrheit der Wähler von Weißen gestellt wird.

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