p
Politik News
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

USA erwägen die Schaffung einer offiziellen Vertretung für die afghanischen Taliban

19.12.2011

Die USA sollen seit längerer Zeit in Geheimverhandlungen mit Taliban-Vertretern stehen, um den Abzug der Truppen politisch vorzubereiten

Nachdem die USA den Irak-Krieg offiziell für beendet erklärt haben, wird nun von geheimen Vorbereitungen berichtet, die den Abzug der Truppen politisch absichern sollen. Gespräche mit prominenten Talibanvertretern sollen vor einem wichtigen Wendepunkt stehen, ließen ungenannte US-Regierungsvertreter durchsickern.

Ob die "vertrauensbildenden Maßnahmen", die in den Verhandlungen unterbreitet wurden, von den Taliban angenommen werden, ist allerdings bislang ungewiss. Dass die USA und die Nato-Verbündeten ebenso wie im Irak in Afghanistan einen Scherbenhaufen hinterlassen dürfte die realistische Annahme sein. Zu den prominenten Taliban-Vertretern, mit die Amerikaner angeblich geheime Gespräche geführt haben, zählen unter anderem der Sekretär Mullah Omar und ein Familien-Mitglied des Haqqani-Netzwerks. Unklar ist, wie die afghanische Regierung zu den US-Verhandlungen mit den Taliban steht. Laut US-Vertretern, die anonym gegenüber einer Nachrichtenagentur über die Verhandlungen sprachen, sei Karsai über die Gespräche informiert, ob er oder seine Vertreter daran teilnahmen, wurde allerdings offen gelassen.

Konkret soll es in den Hintergrundverhandlungen darum gegangen sein, 20 afghanische Guantanamo-Gefangene freizulassen, eine offizielle Taliban-Vertretung als "Office" einzurichten, um damit eine offizielle Ansprechstation für weitere Verhandlungen - über eine eventuelle Regierungsbeteiligung von Taliban - zu schaffen. Im Gespräch war ein solches "Taliban-Büro" in Katar, was jedoch auf Protest seitens Karsai stieß, der den afghanischen Botschafter aus Katar zurückberief, nachdem er von den Plänen erfuhr. Gestern sollen ranghohe Mitglieder des afghanischen Friedensrates bestätigt haben, dass die Taliban willens seien, eine offizielle Vertretung in einem islamischen Land zu eröffnen.

Im Gegenzug zu den unterbreiteten Vorschlägen erwarten die USA eine klare Distanzierung der Taliban von Gewaltakten und von al-Qaida und ein Bekenntnis zur afghanischen Verfassung, heißt es.

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.