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Urheberrechtsextremist prügelte behindertes Kind für Filesharing mit Gürtel

04.11.2011

Der texanische Richter rechtfertigt sich damit, dass die auf Video festgehaltene siebeneinhalbminütige Gewaltorgie "nicht so schlimm war, wie es aussieht"

Richter, so sollte man meinen, müssten bei der Erziehung eigentlich weniger Problem mit der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit bei der Verhängung von Strafen haben als andere Eltern. Auf den texanischen Familienrichter William Adams trifft das offensichtlich nicht zu: Er erregt seit ein paar Tagen Aufmerksamkeit mit einem 2004 aufgenommenen Video, das seine jetzt 23-jährige Tochter Hillary ins Netz stellte, um zu verhindern, dass er weiter Recht sprechen darf.

Auf dem Video sieht man Adams gut siebeneinhalb Minuten lang beim Verprügeln und Demütigen seiner weinenden und vor Schmerzen schreienden Tochter, die sich sogar hinlegen muss, damit er sie mit dem Ledergürtel besser trifft. Seine Ehefrau unterstützt ihn dabei nicht nur verbal, sondern prügelt selbst mit. Am Schluss des Videos erfährt der Zuschauer aus Bemerkungen der Mutter, dass der Grund für diese Bestrafung offenbar das das Herunterladen von Musik und Spielen mit der Filesharingsoftware KaZaA war.

Bereits in der Einleitung des Videos wird erklärt, dass die seit ihrer Geburt an einer Ataxie leidende Hillary sehr an der Technologiefeindlichkeit ihres offenbar recht religiösen Vaters zu leiden hatte. Diese Technologiefeindlichkeit wird auch in der Aufnahme selbst offenbar, wenn der Täter davon spricht, dass der "Scheißcomputer" Ungehorsam ins Haus gebracht habe und nur mehr für Hausaufgaben und sonst nichts benutzt werden dürfe. Gegenüber einem Lokalsender rechtfertigte sich William Adams damit, dass die Gewaltorgie "nicht so schlimm" gewesen sei, "wie sie auf Band aussieht". Außerdem sei das Ereignis Jahre her und er habe sich dafür entschuldigt.

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