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"Versehentlicher Abwurf"

21.12.2014

US-Militärs erwogen 1963 Bombardement chinesischer Atomanlagen

Ein nunmehr freigegebenes Dokument vom 21.06.1963 erlaubt weiteren Aufschluss über die Mentalität der damaligen Planer im Pentagon. Ein Jahr nach der Kubakrise befand sich die Regierung Kennedy in Verhandlungen mit Moskau zur Beendigung oberirdischer Atomtests. Den Präsidenten trieb insbesondere das Risiko eines versehentlich ausgelösten Atomkriegs um, sowie mögliche Eigenmächtigkeiten seiner damals ultrarechten Militärs. Diese hatten ihm zwei Jahre zuvor angetragen, die sowjetischen und chinesischen Stützpunkte präventiv nuklear zu vernichten. Noch im Vorjahr hatte der Vereinigte Generalstab Kennedy die berüchtigten Northwoods-Pläne präsentiert, die das Inszenieren von Vorwänden für einen Krieg gegen Kuba und dessen Verbündete vorsahen.

Nunmehr wurde ein Dokument des damaligen Chairman der Atomic Energy Commission, Glenn Seaborg, vollständig freigegeben, das bislang an einer brisanten Stelle zensiert gewesen war. Darin zitiert Seaborg den Direktor der Arms Control and Disarmament Agency, William C. Foster: “(...) if we could get together with the USSR, the Chinese could be handled even if it required an accidental drop on their facilities.” Sofern die USA mit den Sowjets zusammenkämen, könnte man mit den Chinesen verfahren, selbst wenn ein versehentlicher Abwurf auf ihre Anlagen nötig sei.

Das National Security Archive kommentiert, ein Konzept für einen "accidental drop on their facilities" sei bislang nicht dokumentiert. Ein versehentlicher Abwurf auf chinesische Atomanlage, offenbar ein Bombardement, sei eine ungewöhnliche Form der Abrüstung. Bei der schließlich erfolgten Unterredung mit Chruschtschow soll diesen das Problem chinesischer Nuklearaufrüstung jedoch nicht beunruhigt haben.

Während nun dieses Dokument endlich vollständig vorliegt, wurde die noch im April 2014 in Aussicht gestellte Freigabe umfangreicher Dokumentationen etwa der CIA-Operationen im Iran 1953 überraschend vom State Department blockiert. Offenbar befürchtet man wegen dieser über 60 Jahre zurückliegenden Vorgänge negative Effekte auf die aktuellen Verhandlungen mit dem Iran. Dessen Atom-Anlagen waren durch Stuxnet unkonventionell angegriffen worden.

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