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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Vom Polizisten zum Salafisten

12.06.2011

Der Frankfurter Roman R. wettert gegen "knallenge Jeans und nur ein Tuch auf dem Kopf"

In manchen US-Kommunen können Bewerber für den Polizeidienst mit der Begründung abgelehnt werden, dass sie zu klug sind. Vergleichbares gibt es in Deutschland nicht – aber auch hier wird bei der Auswahl der Sicherheitskräfte möglicherweise zu viel Wert auf sportliche und zu wenig auf kognitive Fähigkeiten gelegt. Das führt dazu, dass es in der Polizei neben sehr klugen Köpfen auch solche gibt, die man sich gut als RTL-Darsteller vorstellen kann.

Zur letzteren Gruppe gehört der Frankfurter Roman R., der 2008 noch als Musterbeamter in der Sendung "Polizeireport" vorgeführt wurde und nun als Salafist "Abu Bilal" mit Äußerungen wie "Dass Frauen vergewaltigt werden, hat auch damit zu tun, weil sie ihre Reize zeigen" oder "Knallenge Jeans und nur ein Tuch auf dem Kopf – ist das das, was Allah von uns möchte? Wohl kaum!" von sich Reden macht. Außerdem organisiert der Sportfanatiker, der früher das polizeiliche Boxtraining leitete, "Pilgerfahrten" junger Männer, die bei den Hamburger Sicherheitsbehörden nicht auf ein touristisches, wohl aber auf ein berufliches Interesse stießen.

Der Salafismus ist eine radikale Strömung des Islam, die sich am 7. Jahrhundert orientiert und einen islamischen Gottesstaat mit der Scharia als alleinigem Gesetz anstrebt. Das bekanntester Gesicht der Bewegung gilt in Deutschland der ehemalige Boxer Pierre Vogel alias "Abu Hamza", der unter anderem die Steinigung untreuer Eheweiber als Pflicht islamischer Staaten wertet und Facebook als "haram" ablehnt, weil es dort unverschleierte Frauen zu sehen gibt. In der Schweiz gilt der Prediger als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, weshalb ein Einreiseverbot gegen ihn verhängt wurde.

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