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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Voyager-Sonden am Ende des Sonnensystems

29.04.2011

Nach mehr als 30 Jahren Reise treten die weiterhin funktionsfähigen Sonden mit ihren Botschaften an die Aliens allmählich in den interstellaren Raum ein

Seit mehr als 30 Jahren fliegen nun die beiden Voyager-Sonden durch den Weltraum ( Voyager 1 - Unterwegs in die Ewigkeit). Voyager 1, gestartet im September 1977, und Voyager 2, gestartet im August 1977, tragen auf ihrer Reise in unendliche Fernen auch noch eine Botschaft an die Aliens in Form einer goldenen Datenplatte über die Menschheit mit. Auf ihr zeigt man dem interessierten Alien Fotos der Erde, Begrüßungen in vielen Sprachen, irdische Töne unterschiedlichster Herkunft vom Walgesang über einen LKW bis zu einem Kuss, die Gehirnwellen einer verliebten jungen Frau und Musikstücke etwa von Bach oder Chuck Berry.

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Die seltsame Botschaft der Menschheit an den unbekannten Alien. Bild: Nasa

Jetzt befinden sich die Satelliten an der Grenze des Sonnensystems und am Beginn der Leere. Erst nach 40.000 Jahren sollen sie wieder in die Nähe eines anderen Planetensystems geraten. Bis dahin dürften sie auf der Erde schon längst vergessen sein, die Botschaft über die menschliche Kultur hat höchstens noch eine archäologische Bedeutung, wenn nicht Aliens in UFOs die Satelliten vorher auffangen und sich die goldenen Datenplatten zu Gemüte führen - sofern sie die geeigneten Anspielgeräte besitzen.

Im Augenblick befinden sich die Sonden noch am äußersten Rand der Heliosphäre, in der Heliosheath, wo der Sonnenwind noch, wenn auch schon sehr schwach, vorhanden ist, aber sich bereits Partikel der Sonne und interstellare Partikel zu vermischen beginnen. Die Sonden befinden sich damit am Rande des Immunsystems unseres Sonnensystems, Voyager 1 ist die Speerspitze und mehr als 17 Milliarden km von der Sonne entfernt, Voyager 2 hat eine Entfernung von mehr als 14 Milliarden km erreicht. Nach der Heliosheath kommt noch die Heliopause und dann treten die Sonden ganz aus dem Einflussbereich unseres Sonnensystems und in die fremde Welt.

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Bild: Nasa

Wie dick die Heliosteath ist, weiß man nicht. Bei der Nasa schätzt man sie 3-4 Milliarden Meilen. Immerhin hatte Voyager 1 schon letztes Jahr gemeldet, dass der Sonnenwind bei Null steht. Aber die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es noch 5 Jahre dauert, bis die mit einer Geschwindigkeit von 15 bzw. 17 km pro Sekunde reisenden Sonden die Heliosteath verlassen haben. Bis 2020 werden durch die Radionuklidbatterien (Plutonium-238) noch Signale von den Sonden empfangen werden können, dann werden sie zu den "stillen Botschaftern für die Sterne", wie es bei der Nasa heißt. Dann käme die Meldung allerdings verfrüht, die die Nasa wohl eher in Erinnerung an die beiden Sonden veröffentlicht hat. Aber man will Werbung machen und verspricht: "Erwarte das Unerwartete."

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