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Nachrichten aus Kultur und Medien

WDR-Intendantin verdiente 2009 350.000 Euro

11.08.2010

Die öffentlich-rechtlichen Sender zahlen üppige Gehälter, auch die restlichen Sender sollten verpflichtet werden, die Gehälter der Führungskräfte offenzulegen

Zwangsweise werden die Menschen hierzulande beglückt mit Gebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das schon gerne mal mit Musikantenstadl, Quiz-Sendungen und anderen Unterhaltungsnonsense den Programmauftrag für Information, Bildung oder gehobene Unterhaltung unterläuft.

Immerhin musste nun mal wenigstens der WDR, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, in seinem Geschäftsbericht offenlegen, was man so beim öffentlichen-rechtlichen Fernsehen verdient. Bundesweit wird Frau Monika Piel wohl nicht bekannt sein, das könnte sich aber nun ändern, wenn nun alle wissen, dass sie von den Gebühren ein Jahresgehalt von 352.000 Euro erhält. Für was eigentlich? Täten es nicht 100.000 beispielsweise auch? Warum muss man als Intendantin eines regionalen Senders deutlich mehr als der Bundespräsident verdienen? Und warum sollen Gebührenerhöhungen solche Gehälter erhalten? Und die von manchen leichtfüßigen Moderatoren, die sich an den GEZ-Gebühren dusslig verdienen?

Piel erhält ein explizit erfolgsunabhängiges Basisgehalt von 308.000 Euro erhielt. Weil sie schon 25 Jahre beim WDR ist, kamen noch einmal 23.000 Euro dazu, die Gebührenzahler werden es schon schlucken. Für den Dienstwagen gibt es 21.000 Euro. Der kann auch explizit für private Zwecke genutzt werden. Die WDR-Direktoren erhalten etwa 200.000 Euro Jahresgehalt. Allein für Piel und die 5 Direktoren werden 1,38 Millionen gezahlt.

Wie das bei anderen ARD-Sendern oder beim ZDF aussieht, das ist noch geheim. Transparenz ist nicht Sache der öffentlich-rechtlichen Sender. Zwar verdient man bei den Privaten schon mehr, aber warum der Programmauftrag nicht nur den Wettbewerb bei der Unterhaltung, sondern auch bei den Gehältern rechtfertigt, sollte schon einmal gefragt und beantwortet werden – inklusive Austrittsklausel für die Gebühren, mit denen die Öffentlich-Rechtlichen ausgestattet werden. Zudem wäre es an der Zeit, dass alle öffentlich-rechtlichen Sender die Bezüge veröffentlichen – nicht nur die der Intendanten und Direktoren. Und dass der angeblich eingeleitete Sparkurs auch hier durchgreift. Der WDR spricht sogar von einem "ambitionierten Sparkonzept" für das Jahr 2009.

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