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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Wege aus der Zeitungskrise

19.07.2009

Der Axel-Springer-AG-Vorstandsvorsitzende Matthias Döpfner sitzt im Aufsichtsrat des von Bild und Welt hochgejubelten "US-Investors" RHJ

Springer-Chef Matthias Döpfner zeigt gerade, wie man sich in Zeiten einer Zeitungskrise diversifiziert. Nach Informationen des Tagesspiegel ist er nämlich auch Aufsichtsratsmitglied der Firma RJH ("Ripplewood"). Über die ist wenig bekannt – außer, dass sie in der letzten Woche häufig als angeblich vielversprechender Investor für Opel genannt wurde. Und zwar vor allem in Blättern des Axel-Springer-Verlages.

Den Anfang machte die Bild am Sonntag (BamS), die am 12. Juli von einem angeblich entscheidend verbesserten RHJ-Konzept berichtete, das eine "Wende in der Opel-Schlacht" bedeuten würde. Der "deutsche Star-Banker" Leonhard Fischer, so das Blatt, wolle alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten, mindestens 1.600 Stellen weniger streichen als Magna und statt 4,5 Milliarden Euro "Steuergarantien" lediglich 3,8 Milliarden beanspruchen.

Die wochentags erscheinende Bild-Zeitung titelte unter anderem "Opel-Kampf – Jetzt hat ein US-Investor die Nase vorn". Und mit dem "US-Investor" war niemand anders gemeint als eben jene Firma, bei der Verlagschef Döpfner im Aufsichtsrat sitzt. Wirtschaftsminister Guttenberg ließ die Meldung noch am selben Tag dementieren - allerdings interessiert so etwas die traditionsreiche Zeitung traditionell nur bedingt.

Immerhin zeigte man bei der Welt so etwas wie eine Reaktion darauf und druckte einen Kommentar von Chefredakteur Thomas Schmid, in dem dieser davor warnte, dass in Guttenbergs Ministerium Entscheidungen fallen könnten, die "wirtschaftspolitisch nicht verantwortbar" seien. Die Bild-Zeitung dagegen druckte Tags darauf ein Interview, in dem RHJ-Chef Leonhard Fischer das Opel-Übernahmekonzept seiner Firma ausführlich darlegen durfte. Den sowohl mit Döpfner als auch mit Bild-Chefredakteur Diekmann angeblich gut bekannten Mann hatte man am Mittwoch mit einem wohlwollenden Foto und der Schlagzeile "Rettet dieser deutsche Star-Banker Opel?" eingeführt:

Er gilt als clever, hartnäckig, als ausgezeichneter Sanierer. Sicher ist: Er ist ein herausragender Banker: Leonhard „Lenny“ Fischer. Und: Er könnte der neue Retter von Opel werden. Seine unerwarteten Schachzüge bei Verhandlungen sind berühmt. Und seine Geschäftstüchtigkeit wird der 46-Jährige heute wieder unter Beweis stellen, wenn er das Übernahme-Konzept für Opel im Namen der Investmentgesellschaft RHJ International im Bundeswirtschaftsministerium vorlegt.

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