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Wie Honeywell mit Gewerkschaftskampagnen umgehen will

19.11.2012

Eine geleakte PowerPoint Präsentation des US-Industriegiganten gibt Empfehlungen über den Umgang mit den Gewerkschaften und setzt dabei voll auf Präsident Obama

Honeywell ist einer der größten Industriekonzerne der USA, der von Regelungstechnik und Automation bis hin zu Düsentriebwerken und Atomkraftwerken tätig ist. Der mehr als 120 Jahre bestehende Konzern sieht sich schon länger allerlei Anfechtungen ausgesetzt und von gewerkschaftlichen Anfechtungen bedroht. Nun hat das Online-Magazin In These Times eine "vertrauliche" PowerPoint-Präsentation zugespielt bekommen, die darlegt, wie sehr der Konzern von gewerkschaftlichen Kampagnen bedroht sei und was dagegen unternommen werden müsste – wobei offenbar die Kampagnen am meisten gefürchtet werden, die das Ziel haben, erstmals eine Gewerkschaft an einem Standort zu etablieren.

Die mit DRAFT Honeywell Readiness Plan for Corporate Union Campaigns betitelte Slideshow ist nicht datiert, verwendet aber Zahlen von 2011 und dürfte daher eher neueren Datums sein. Die Präsentation habe laut Honeywell allerdings keinerlei Bedeutung und sei von vier Praktikanten verfasst worden, die nur zufällig teilweise gleich lautende Namen wie das Honeywell-Führungspersonal hätten, das von "In These Times" der Autorenschaft verdächtigt wurde.

Betont wird jedenfalls, dass es Honeywell an einem Plan fehle, wie mit allfälligen Gewerkschaftskampagnen umzugehen sei. Der müsse nun dringend entwickelt werden, da die Bedrohung stetig zunehme, wozu vor allem das Web 2.0 verantwortlich sei.

Die Autoren stellen einen fünfteiligen Vorsorgeplan auf, der unter Punkt 3 auf die Beziehungen zur Regierung verweist, die auf regionaler Ebene noch deutlich verbessert werden müssten, auf höchster Ebene aber bereits ausgezeichnet wären; d.h. zur Administration von Präsident Obama, der auch tatsächlich aus der Präsentation hervorlächelt und Honeywell CEO Dave E. Cote zu seinen wichtigsten Unterstützern zählt. Das scheint auch zu funktionieren, immerhin konnte Honeywell 2009 in seinem Rüstungsbetrieb Blount Island den Gewerkschaftern von "United Steel" androhen, sie würden durch 500 Marines ersetzt werden, sollten sie ihre damalige Streikdrohung wahr machen.

Um der Bedrohungen Herr zu werden wird also ein "Corporate Campaign Risk Assessment System" empfohlen, das helfen soll, von gewerkschaftlichen Angriffen bedrohte Standorte frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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