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Windenergie: Ausbau läuft so gut wie lange nicht mehr

31.01.2013

Branche ist mit dem zurückliegenden Jahr zufrieden und hofft auf einen weiterhin stabilen Binnenmarkt, um drohenden globalen Konjunkturrückgang überstehen zu können

Der Ausbau der Windenergie kommt gut voran. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) und des Verbandes der Anlagenbauer (VDMA PS) wurden im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Leistung von 2.439 Megawatt (MW) errichtet. Damit lassen sich im Jahr bei 2000 Volllaststunden 4,878 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen, was dem Bedarf von rund 1,2 Millionen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalten entspricht, oder auch der ungefähren Jahresproduktion des AKW Brunsbüttel in den wenigen Jahren, in denen es störungsfrei lief.

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Im Vergleich zu den letzten Jahren sind die Zubauzahlen ausgesprochen groß und fast wieder vergleichbar mit den Jahren 2001 bis 2003, den großen Boomjahren der hiesigen Windenergie. Allerdings kommt inzwischen auch das sogenannte Repowering, das heißt, der Ersatz von Altanlagen in Fahrt. 2012 wurden Anlagen mit einer Leistung von 179 MW abgebaut. Netto betrug der Zubau also nur 2.260 MW. Insgesamt standen am 31. Dezember 2012 in Deutschland Anlagen mit einer Leistung von 31.332 MW.

Unter den Bundesländern sind in Sachen neuer Windenergieleistung nach wie vor Niedersachsen (+361 MW) und Schleswig-Holstein (+333 MW) Spitze, aber Rheinland-Pfalz (+288 MW) und Bayern (+201 MW) haben auch ganz gut zugelegt. Baden-Württemberg mit seinem grünen Ministerpräsidenten bildet hingegen das Schlusslicht unter den Flächenländern. Nur 19 MW kamen dort hinzu.

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Die allermeisten Anlagen werden nach wie vor an Land errichtet. Die Offshore-Spielwiese der großen Konzerne führt bei Zubau und Bestand noch immer ein Schattendasein. Lediglich 80 MW kamen 2012 hinzu, insgesamt drehen sich in Gewässern der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee Windräder mit 280 MW Leistung. Demnächst dürfte der Ausbau auf See allerdings mehr Fahrt aufnehmen. Sechs Offshore-Windparks mit einer Leistung von 1700 Megawatt sind bereits in Bau.

Für 2013 hofft der VDMA PS auf Deutschland als sichere Heimatbasis, da der Weltmarkt zurückgehen könnte. In den USA, wo 2012 noch ein neuer Rekord mit einem Zubau von 13.200 MW aufgestellt wurde, erwartet der Verband im laufenden Jahr nur noch 5.000 MW. Auch die Lage in China sehen die deutschen Hersteller pessimistischer als andere. Insgesamt könnte nach Einschätzungen des VDMA PS der Weltmarkt in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent einbrechen. Aber: "Wenn die Windenergie nicht in den Mühlen des Wahlkampfes zerrieben wird, sichert der starke Heimatmarkt der Windindustrie Fertigungskapazitäten in Deutschland für den 2014 wieder absehbar wachsenden Weltmarkt", betonte Verbandssprecher Lutz Herdan.

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