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"Wir können uns zur Verhinderung von terroristischen Anschlägen nicht auf Geheimdienste verlassen"

18.11.2015

Geheimdienst-Experte James Bamford bezweifelt Effektivität von Überwachung

James Bamford, Enthüllungsjournalist und Autor mehrerer Klassiker über die sagenumwobene NSA, zieht eine nüchterne Bilanz zu den Möglichkeiten von Geheimdiensten bei der Verhinderung von Terroranschlägen. In einem Beitrag für das Time-Magazine widerspricht er NSA-Direktor John Brennan, der den Befürwortern für Privatsphäre und namentlich Edward Snowden eine Mitschuld an den Attentaten anlasten will.

Bamford verweist darauf, dass die Geheimdienste keinen einzigen der größeren Anschläge und fehlgegangenen Anschlagsverrsuche hätten verhindern können. Selbst von den Anschlägen des 11. September habe der damalige NSA-Direktor nicht von seinem Netzwerk, sondern aus dem Fernsehen erfahren. Später habe sich herausgestellt, dass die Terrorzelle ihre Operationsbasis nur unweit vom Büro des NSA-Direktors eingerichtet hatte.

Nicht etwa ein Mangel an Informationen scheint das Problem zu sein, sondern deren Überfluss: Innerhalb der NSA beklagt man, dass man zu viel Metadaten habe, die aus zu vielen Quellen stammten und der Datenfluss zu schnell sei. Hinzu kämen die Umgehungsmöglichkeiten, etwa das Kommunikationssystem der XBox, das mit konventioneller Technlogie nicht überwacht werden könne. Das Inflitrieren von Online-Spielen wie World of Warcraft durch von der NSA kontrollierte Avatare habe nichts gebracht.

Auch die traditionell massive elektronische Überwachung durch den französischen Geheimdienst, die in Anlehnung an "Echelon" bisweilen als "Frenchelon" bezeichnet wird, habe nichts bewirkt. Die Überwachung der Telekommunikation und der Rechte zum Abhören etwa mittels versteckter Mikrofone war nach dem Charlie Hebdo-Attentat nochmals hochgefahren worden, ohne die erhoffte Sicherheit zu liefern. Wie inzwischen bekannt wurde, erfolgte die Kommunikation der Attentäter jedenfalls unmittelbar vor der Tat per unverschlüsselbarer SMS.

Bamford, der zur Generation der Vietnamkriegsgegner gehört, hält Geheimdienste als Mittel zur Bekämpfung von Terror für eine Illusion. Der einzige Weg sei ein Überdenken westlicher Auslandspolitik. Die endlosen Kriege im Mittleren Osten produzierten nur Tod, die Hellfire-Rakete des einen sei der Selbstmord-Bombengürtel des anderen.

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