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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Wissenschaftsjournale werden für Uni-Bibliothek zu teuer

24.04.2012

Harvard University befürchtet Versorgungsengpässe wegen Journalkosten und ruft Wissenschaftler zur Nutzung von Open-Access-Journalen auf

Der Fakultätsrat der Harvard University beschreibt in einem Memorandum on Journal Pricing mit drastischen Worten die Preisentwicklung wissenschaftlicher Zeitschriften und sieht die Universitätsbibliothek einer unhaltbaren Situation ausgesetzt. Die Preisgestaltung der Wissenschaftsverlage habe zu einem finanziell nicht tragfähigen und in akademischer Hinsicht restriktiven wissenschaftlichen Kommunikationssystem geführt.

Mitverantwortlich dafür ist die Verlagsstrategie des Bundling, das wissenschaftliche Bibliotheken dazu verleitet, kaum genutzte, unattraktive Wissenschaftsjournale quasi als Beifang zu den unverzichtbaren Core-Journals zu subskribieren. Laut Meldung verteuerten zwei (nicht genannte) Wissenschaftsverlage ihre Journalangebote in den letzten sechs Jahren um 145%. Angesichts Gewinnspannen von 35% im wissenschaftlichen Verlagswesen bezweifelt man in Harvard, dass die Preissteigerungen alleine auf den steigenden Publikationsoutput zurückzuführen seien. Der Fakultätsrat der Harvard University kommt daher zum Schluss, dass auch Zeitschriftenabonnements wichtiger Anbietern zu den gegebenen Bedingungen nicht aufrechterhalten werden können, andernfalls würden andere Bibliotheksbestände ernsthaft leiden.

Auch im Fall der beiden erwähnten, nicht genannten Verlage wird eine Fortführung der Subskriptionen zu aktuellen Bedingungen als untragbar abgelehnt. Zudem fordert der Fakultätsrat Wissenschaftler zur Nutzung von Open Access als Publikationsoption auf, sei es durch Zugänglichmachung verlagsgebundener Werke auf Repositories oder durch Publizieren in Open-Access-Journalen. In ihrer Funktion als Herausgeber oder Beiräte wissenschaftlicher Zeitschriften sollen Wissenschaftler deren Open-Access-Politik positiv beeinflussen.

Auch an die wissenschaftlichen Bibliotheken wendet sich der Fakultätsrat mit zwei interessanten Anregungen, von denen die erste großes taktisches Geschick erfordert: Diese sollen sich aus der Zwangsjacke des erwähnten Bundling lösen und beim Abschluss der Subskriptionsverträge drauf bestehen, deren Bedingungen öffentlich machen zu können.

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