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Zehntausende Euro zusätzlich von Produktionsfirmen

09.08.2013

Wie Manager der öffentlich-rechtlichen Sender auf Kosten der Gebührenzahler ihr Gehalt aufbessern

Monika Piel, die im April zurückgetretene Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, verdiente mit 308.000 Euro Grundgehalt zuzüglich Zulagen in Höhe von (2009) 44.000 Euro weit mehr als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das war seit 2010 kein Geheimnis mehr. Nun wurde bekannt, dass sie 2012 Nebenverdienste in Höhe von 58.922 Euro verbuchte. Damit steht sie allerdings nicht allein: Ihr ZDF-Äquivalent Thomas Bellut nahm im letzten Jahr 33.291 Euro nebenher ein, obwohl er seinen Posten erst im März antrat, Karola Wille vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) brachte es auf etwa 22.000 Euro, Thomas Kleist vom Saarländischen Rundfunks (SR) auf über 16.000 Euro, Peter Boudgoust vom Südwestrundfunk (SWR) auf ungefähr 14.000 Euro und Dagmar Reim vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) je nach Berechnungsweise auf 12.000 oder 9.000 Euro zusätzlich.

Ein Großteil dieser Gelder stammt aus Beaufsichtigungsposten für Produktionsfirmen, Rechtehändlern und Werbevermittlern, die den Sendern häufig als Tochterfirmen gehören oder auf andere Weise eng mit ihnen verbunden sind. Indirekt müssen diese Zusatzvergütungen deshalb auch von den Rundfunkgebührenzahlern aufgebracht werden. Die Besetzung der Gremien von Produktionsfirmen mit Managern aus den Sendern ist aber auch deshalb problematisch, weil Kritiker das enge Geflecht dafür verantwortlich machen, dass auf den öffentlich-rechtlichen Sendern zunehmend kitschige Soaps, Fernsehspiele und Shows laufen, die einer Kontrolle durch den Markt weitgehend entzogen sind und mittlerweile selbst Vox oder RTL locker unterbieten.

In der Politik reagiert man auf die Enthüllungen bislang unterschiedlich: Die grüne Medienpolitikerin Tabea Rößner, die bis 2009 unter anderem für das ZDF tätig war, spricht zwar von einem "faden Beigeschmack" und plädiert für einen freiwilligen Verzicht auf Zusatzbezüge, vertritt aber ansonsten die Ansicht, dass man nichts gegen die lukrativen Nebenjobs unternehmen könne, wenn sich nicht nachweisen lässt, dass die Intendanten darüber ihren Hauptberuf zu kurz kommen lassen. Ihr Kollege Burkhardt Müller-Sönksen von der FDP ist da anderer Meinung. Er fordert "Klarstellungen" in den Landesrundfunkgesetzen und "klare Compliance-Vorgaben" für die Sender, in denen man regeln könne, dass Intendanten bei Nebeneinnahmen ähnlich wie Beamte auf korruptionskritischen Posten behandelt werden. Eine dritte Lösung hat Martin Dörmann, der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, parat: Er schlägt vor, das Grundgehalt der Intendanten einfach um die jeweils erzielten Nebeneinnahmen zu kürzen.

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