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Energie & Klima News
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Zoff bei Desertec

02.07.2013

Initiatoren überwerfen sich mit dem Desertec-Konsortium

Beim Wüstenstrom-Projekt Desertec gibt es reichlich Knatsch, wie das Handelsblatt berichtet. Demnach ist die Desertec-Stiftung aus der seinerzeit von ihr initiierten Desertec-Industrie-Initiative ( Dii GmbH) ausgetreten und will dieser untersagen lassen, weiter das Label Desertec zu benutzen. Hintergrund ist ein dii-interner Streit um die mittelfristige Strategie.

Die Stiftung gibt an, der Streit bei und mit dii habe bereits zu Problemen mit einigen ihrer Partner geführt. Die Trennung sei Ergebnis "vieler unlösbarer Meinungsverschiedenheiten der beiden Einrichtungen über künftigen Strategien, Verpflichtungen sowie deren Kommunikation und nicht zuletzt auch des Management-Stils der dii-Spitze". Es gebe bereits ungünstige Auswirkungen auf die Reputation der Stiftung, und man wolle vermeiden, weiter in die Negativ-PR der Industrie-Initiative hineingezogen zu werden.

Gesellschafter der Dii sind unter anderem die Deutsche Bank, die HSH Nordbank, RWE, E.on, Schott Solar und ABB. Siemens und Bosch sind bereits, wie berichtet, ausgeschieden.

Nach den Angaben des Handelsblattes scheint der Streit vor allem um das Tempo der Anbindung Europas an die potenziellen Kapazitäten in Nordafrika und Nahost zu gehen. Dort gibt es inzwischen Ausbaupläne für rund 50 Gigawatt an Leistung, die vor allem mit Solar- und Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Dii möchte gerne öffentliche Mittel aus dem EU-Programm "Connecting Europe Facility" abschöpfen, um erste Leitungen zwischen Italien und Nordafrika zu bauen. Für deren Bau seien je nach Umfang 2,5 bis zehn Milliarden Euro nötig.

Beide Seiten betonen zwar, dass das Gros der Stromproduktion in Nordafrika und dem Nahen Osten dem dortigen Bedarf decken soll. Es fällt aber auf, dass die Dii ein besonderes Gewicht auf interkontinentale Stromkabel legt, um Strom nach Europa zu importieren. Die einzige bereits existierende Verbindung dieser Art wurde von Spanien nach Marokko gelegt. Allerdings fließt in diesem Kabel aus der Sicht der Dii der Strom in die falsche Richtung, und zwar von Nord nach Süd.

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