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Zuwanderer kommen nicht wegen besserer Sozialleistungen

24.11.2011

Wohlfahrtsmigration, wie sie von Rechten gerne unterstellt wird, spielt nach einer Studie keine Rolle

Nicht nur in rechten, ausländerfeindlichen Kreisen wird gegen Zuwanderer gerne eingewandt, dass sie nicht nur den Deutschen Arbeitsplätze wegnehmen, sondern über die Sozialleistungen auch auf Kosten der Deutschen leben würden. Und weil der Sozialstaat angeblich so freigiebig ist, würden Zuwanderer auch von dem erwarteten Geldsegen aus den sozialen Sicherungssystemen angezogen werden. Je mehr ein Staat an Hilfe gewährt, beispielsweise Arbeitslosenhilfe, desto begehrter sollte er demnach für Zuwanderer sein, wenn dies tatsächlich ein wesentlicher Beweggrund wäre.

Nach einer Studie des Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist die "Wohlfahrtsmigration" allerdings weitgehend Vorurteil und hat mit der wirklichen Zuwanderung wenig zu tun. Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie, ob Unterschiede bei der Arbeitslosenhilfe in 19 europäischen Ländern zwischen 1993 und 2008 Auswirkungen auf die Zuwanderung hatten. Dabei wurde unterschieden zwischen Zuwanderern aus anderen EU-Ländern und Zuwanderern von außerhalb der EU.

Für Zuwanderer aus anderen EU-Ländern hat das Arbeitslosengeld nach den ausgewerteten Daten keinen Effekt, aber auch nur einen sehr geringfügigen für die von außerhalb der EU einwandernden Menschen. Würde die Arbeitslosenhilfe in einem Land um ein Prozent steigen, würden nach den Berechnungen 0,01 Prozent mehr Menschen aus den Nicht-EU-Ländern kommen.

Die Menschen aus den Nicht-EU-Ländern suchen eher nach Orten, wo sich schon andere aus ihrer Herkunftsgegend niedergelassen haben. Eine Rolle spielen auch der Wohlstand des Landes, gemessen im BIP pro Kopf, und bessere Arbeitsbedingungen. Es wäre auch verwunderlich, warum ausgerechnet Länder, die wirtschaftlich schlecht dastehen und in denen es eine hohe Arbeitslosigkeit gibt, Menschen aus anderen Staaten anziehen sollten.

Vermutlich ist eine falsche Migrationspolitik, so die Studie, die Ursache für einen höheren Anteil der Migranten unter den Arbeitslosen. Die könnte auch zu einer entsprechenden Zusammensetzung der Migration führen, also die beispielsweise die besser Gebildeten abschrecken.

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