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Älteste Kunstwerke der Welt entdeckt

Hans-Arthur Marsiske 12.01.2002

Archäologische Funde in Südafrika noch umstritten

Wann und wie entwickelte sich modernes, menschliches Verhalten? Entstand es relativ spät (vor 40.000 bis 50.000 Jahren) und plötzlich in Europa und Afrika, wie man bislang annimmt? Oder war es das Ergebnis eines längeren, evolutionären Prozesses? Neue Funde bei Ausgrabungen in Südafrika stützen die zweite These.

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Als Merkmale modernen Verhaltens gelten der Gebrauch standardisierter Steinwerkzeuge und geformter Knochengeräte, innovative Lebenserhaltungsstrategien wie Fischfang und der systematische Gebrauch von rotem Ocker. Wie das Wissenschaftsmagazin Science in einem vorab online veröffentlichten [extern] Artikel berichtet, wurden jetzt in der [extern] Blombos-Höhle in Südafrika zwei Ocker-Stücke gefunden, auf denen abstrakte geometrische Figuren eingraviert sind. Das Alter der Fundstücke wurde mit verschiedenen Methoden auf etwa 77.000 Jahre bestimmt.

Foto: Science

Damit sind diese Zeichnungen ungefähr 40.000 Jahre älter als die ältesten europäischen Höhlenmalereien und wären die ältesten, bekannten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte - wenn es sich denn um Kunst handelt. Manche Wissenschaftler haben da noch Zweifel.

Jean Clottes, französischer Experte für Höhlenmalereien, erkennt zwar einen "bewussten Gestaltungswillen" und das "Bemühen, Symmetrie herzustellen", ist sich aber "bei weitem nicht sicher", ob es sich dabei wirklich um ein "Beispiel symbolischen Verhaltens" und nicht einfach nur um "Kritzeleien" handelt. Andere Archäologen wünschen sich erst noch weitere Funde an anderen Orten, bevor sie eine neue Chronologie der Entstehung modernen Verhaltens akzeptieren wollen.

In der Blombos-Höhle gefundene Werkzeuge aus Knochen

Christopher S. Henshilwood, der Leiter der Ausgrabungen in der Blombos-Höhle, ist sich dagegen sicher: "Dies ist nur die Spitze des Eisbergs." Die gefundenen Zeichnungen ließen auf willkürliche Konventionen schließen, die nichts mit der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit zu tun hätten. Sie haben möglicherweise eine symbolische Bedeutung. Um deren Bedeutung mitzuteilen, hätten die Menschen bereits damals über eine voll entwickelte Sprache verfügen müssen.

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Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/11/11553/1.html

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Kommentare lesen
Steinzeit im Wandel (Tloen 13.1.2002 16:04)
kostet aber (tom appleton 12.1.2002 10:30)
Kunst (PETER. 12.1.2002 2:59)
 
   
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