Erweiterte Suche
Home
Politik
Wissenschaft
Energie & Klima
Kultur
-Glosse
-Film
-Kinder & Familie
-[Games]
-Kunst
-Architektur
-Kultur-News
-Kulturkalender
Medien
Magazin
Anzeige
__tophits__

Von Nacktheit und Pornografie

Vier Bundesländer wollen Zahlungen an Kirchen verringern

Wie viel Quadratmeter Wohnfläche braucht der Mensch?

Die fünf führenden Wirtschafts-Forschungsinstitute vs. Oktopus Paul

9Live wichtiger als Dritte

-fotoblog-
foto

Griechenland verbietet Computerspiele

Peter Riedlberger 05.09.2002

Nein, das ist kein Aprilscherz

1984 wurde in Deutschland das Jugendschutzgesetz novelliert, sodass fortan Videospielautomaten aus dem öffentlichen Raum entfernt waren. Sollten damals Kinder vor Donkey Kong und Frogger beschützt werden? (Das waren die beiden Automaten, die damals aus meiner kleinen Heimatstadt entfernt wurden.) Oder sollten Kinder vor Geldverschwendung bewahrt werden? Warum sind dann Nike und Britney noch legal?

download   

Nicht nur Deutschland, sondern auch Griechenland hat seine Probleme.

Angefangen hat alles mit einem handfesten [extern] Skandal um Herrn Alekos Chrisanthakopoulos. Der war Vorsitzender des Parlamentsausschusses gegen illegale Glücksspielautomaten und doof genug, sich beim illegalen Glückspiel von einem Journalisten filmen zu lassen. Er war sogar so doof, dass er den Journalisten danach bestechen wollte - und sich wieder filmen ließ. Nachdem unser Filmstar sein TV-Comeout hatte, flog er zwei Tage später aus der Fraktion der sozialdemokratischen PASOK. Damit nicht genug: Die Regierung kündigte harte Maßnahmen gegen Spielautomaten an.

Die sind seit Juli in Kraft und lassen sich [extern] hier nachlesen. Da man ja in der Politik "Handlungsfähigkeit" beweisen muss, hat man gleich noch alle Computerspiele im öffentlichen Raum mitverboten, und zwar sowohl Aufstellung als auch Betrieb.

Ja, richtig. Wörtlich genommen, betrifft das den Gameboy und das doofe Angelspiel im Handy auch. Wenn man eine [extern] Agenturmeldung so verstehen darf, mussten tatsächlich schon ein paar mitteleuropäische Urlauber dran glauben und Strafe löhnen - die übrigens bis zu ein paar Tausend Euro und sogar Haft reicht.

Die griechische [extern] Gamer-Community Gameland.gr - unser Link weist übrigens bereits auf einen Mirror, weil die Site am Ächzen ist - dokumentiert all diesen Wahnsinn in englischer Sprache und bietet auch die Möglichkeit, eine Online-Petition zu unterzeichnen.

Anzeige

Als übrigens in Italien ein völlig absurdes Gesetz (Vgl. [local] Schafft Italien die Meinungsfreiheit ab?) verabschiedet wurde, stellten sich nachher alle hin und meinten, das sei nicht so gemeint gewesen. Diese Ausrede haben unsere griechischen Freunde nicht: Die [extern] Arkadeautomatenhersteller haben frühzeitig protestiert, und auf eine höfliche Anfrage von ZDNet bei der griechischen Botschaft in London gab's ein ruppiges

"Wenn Sie das Gesetz kennen, warum halten Sie sich nicht einfach daran? Bringen Sie keine Spiele mit ins Land." zur Antwort.

Ansonsten gibt es wenig Grund, auf die griechischen Politiker mit dem Finger zu zeigen, denn ihre deutschen Kollegen sind nicht wirklich besser. So entspricht etwa Artikel 3 des griechischen Gesetzes genau der deutschen Rechtslage:


The prohibition of using computers described in Article 2 does not affect internet cafes, as long as the computers are not used for any gaming activities.

share: Facebook Twitter Mister Wong Yigg Folkd Delicious Digg

Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13200/1.html

artikel drucken artikel versenden
 
__topforum__

Vier Bundesländer wollen Zahlungen an Kirchen verringern

Von Nacktheit und Pornografie

Wie viel Quadratmeter Wohnfläche braucht der Mensch?

Solarenergie soll billiger als Atomenergie geworden sein

Schuld sind die Anderen

Die Reichen werden immer reicher

TP Buch: Versteckte Botschaften

Die faszinierende Geschichte der Steganografie

 
Kommentare lesen
Blödsinn (McMercy 19.9.2002 10:51)
games - taschengeld - mafia - bruttosozialprodukt (frajo rolofs 8.9.2002 14:12)
Das Gesetz ist nicht interpretierbar. (Chania 8.9.2002 14:04)
mehr...
 
   
 Copyright © Heise Zeitschriften Verlag Datenschutzhinweis Mediadaten Impressum Kontakt