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Klimamüdigkeit

Wird die angekündigte Klimaerwärmung mit ihren Folgen mittlerweile zu wenig ernst genommen?

Angst gehört hier zur Politik

Dagmar Kronenberg 15.12.2002

Die in Kolumbien seit dem Frühjahr entführte grüne Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt hat den Petra-Kelly-Preis erhalten

Den von der [extern] Heinrich-Böll-Stiftung verliehenen Petra-Kelly-Preis erhielt in diesem Jahr die entführte ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Der Preis wurde am 13. Dezember in Berlin von ihrem Ehemann Juan Carlos Lemcompte entgegengenommen. Ingrid Betancourt erhält diesen Preis für ihren mutigen und engagierten Einsatz für die Menschenrechte in Kolumbien.

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Mut gehört in Kolumbien dazu, um korrupte Politiker, die gewalttätigen Paramilitärs und die Guerillas zu kritisieren, da Morde, Drohungen und Erpressungen gegenüber Menschenrechtlern zur Tagesordnung gehören. Im [extern] letzten Jahr wurden über 4000 Zivilisten aus politischem Motiv ermordet, 300 "verschwanden" und über 1700 wurden entführt. Ingrid Betancourt setzte sich als Präsidentschaftskandidatin der grünen Partei "Oxigeno verde" für ein Ende der Gewalt und für einen Dialog mit den Guerillas, den paramilitärischen Gruppen und der Regierung ein.

In Kolumbien herrscht seit 1948 Bürgerkrieg. Rund 60% des Staatsgebietes unterliegt nicht der Kontrolle der Regierung, sondern wird im Wesentlichen von den beiden Guerillagruppen FARC und ELN sowie deren paramilitärischen Gegnern beherrscht. Forderten die beiden Guerillagruppen FARC und ELN ursprünglich Gerechtigkeit und soziale Veränderungen, sind diese Forderungen mittlerweile ein Deckmantel für illegale Drogen- und Waffengeschäfte. Zusätzliche Einnahmequellen sind Lösegeldforderungen.

Im Mai gewann die rechtsstehende Partei "Movimiento Primero Colombia" mit seinem Kandidaten Alvaro Uribe die Wahlen. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei 44%. Mit einer Politik der "harten Hand" will Uribe den Konflikt unter Kontrolle bekommen. Friedensgespräche mit der ELN werden von der Regierung im Juni abgebrochen, Gespräche mit der FARC wurden bereits im Februar 2002 von Seiten der Regierung eingestellt ([local] Ein akzeptiertes Gewaltregime). Eine Chronik zur Situation in Kolumbien seit September 2000 hat amnesty international im Internet [extern] veröffentlicht.

Ingrid Betancourt wurde im 23. Februar 2002 von der FARC entführt, wenige Tage nach Beendigung der Friedensgespräche. Die FARC-Kämpfer fordern für die Freilassung der Senatorin, für 5 weitere Politiker und ca. 80 Angehörigen von Polizei und Armee die Entlassung von inhaftierten FARC-Genossen. Dieses lehnt die Regierung ab. Auf der [extern] Website für Ingrid Betancourt wird der Regierung mangelnde bis gar kein Einsatz für ihre Freilassung vorgehalten. Die [extern] Petition für ihre Freilassung haben bereits über 60.000 Menschen per Mail unterzeichnet.

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Dem Spiegel gab die Politikern wenige Tage vor ihrer Entführung ein Interview, in dem sie sich zur Verbindung von Politik und Drogenmafia [extern] äußerte: "Angst gehört hier zur Politik, aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Die Furcht wird benutzt, um den Status quo zu erhalten. Ich pflege lieber die Wut in meinem Herzen, die macht mich beweglich".

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Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13793/1.html

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