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Testfeld für neue nichttödliche Abstandswaffen

Florian Rötzer 04.03.2004

Im Irak will das US-Militär nun auch akustische und elektromagnetische Waffen zum eigenen Schutz und zur Auflösung von Menschenmengen einsetzen

Als am Dienstag nach den schrecklichen Anschlägen auf die Massen bei der schiitischen Ashoura-Feier in Bagdad amerikanische Soldaten eintrafen, richtete sich der Zorn auf diese. Die Soldaten wurden mit Steinen beworfen, vereinzelt wurde auch geschossen, bis sie wieder abzogen, um die Stimmung nicht weiter aufzuheizen und sich nicht zu gefährden. In solchen Situationen könnte die US-Besatzungstruppen bald neue nichttödliche Abstandswaffen einsetzen, um wütende Mengen auf Distanz zu halten.

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Schon im Irak sind einige Lärmwaffen mit dem Namen Long Range Acoustic Device (LRAD). Entwickelt wurden sie von [extern] American Technology, die gerade wieder einen Vertrag vom Pentagon [extern] erhalten haben, für über eine Million Dollar die akustischen Waffen in den Irak zu liefern.

Die über 20 kg schweren LRADs, die einem Satellitenschirm ähnlich aussehen, können beispielsweise auf Fahrzeugen montiert werden. Mit den Lautsprecherwaffen kann man auch ganz normale Aufforderungen oder Warnungen weiter geben, aber sie können auch schmerzhafte Töne zielgenau wie der Strahl eines Lasers senden ([local] A Sound That Can Kill Someone). Weder die Soldaten, die das Gerät bedienen, noch die Menschen, die sich in der Umgebung befinden, können den unerträglichen Lärm hören, der sich punktgenau bis auf eine Entfernung von 300 Metern ausrichten lässt. Wenn Menschen den Befehlen, die über die LRADs bis zu 1.000 Metern verständlich gesendet werden können, nicht gehorchen, die mit den LRADs ausgegeben werden, so können diese einen schrillen Ton, 150 dB lauten Ton abgeben, der sehr schmerzhaft ist. 120 dB gelten als Schmerzschwelle, an der bereits nach kurzer Zeit Hörschäden entstehen können.

Carl Gruenler von American Technology sagt: "Innerhalb von 100 Metern würde man lieber nicht da sein." Wäre man dem Ton mit einer Frequenz zwischen 2.100 und 3.100 Hertz für längere Zeit ausgesetzt, so würden zumindest Hörschäden auftreten können. Die akustische Abstandswaffe soll aber immer nur wenige Sekunden lang verwendet waren.

Neben der akustischen Waffe soll auch das Active Denial System ([local] Angeblich harmlose, aber weitreichende Strahlenwaffe) im Irak unter Realbedingungen getestet werden, wie CNN [extern] berichtet. Damit wird elektromagnetische Energie in Form von Wellen in der Länge von einem Millimeter in einem Strahl gesendet, mit dem sich Feinde bereits in einer Entfernung stoppen lassen können, aus der sie mit Handfeuerwaffen noch nicht gefährlich werden können. Der Energiestrahl, der angeblich nur ein 1/64 Inch (ungefähr 1,5 Millimeter) in die Haut eindringen soll, erhitzt nach einigen Sekunden die Hautoberfläche, wodurch Schmerzen ausgelöst werden. Würden Menschen länger dem Strahl ausgesetzt, käme es zu Verbrennungen. Vor allem den Augen könnten sie auch in kurzer Zeit gefährlich werden.

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