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Hehlerei oder notwendige Verfolgung von Kriminalität?

Die Bundesregierung kann Daten von 1500 reichen deutschen Steuerhinterziehern kaufen. Darf und soll sie das?

Das Voyeurparadies: "Big Brother" für alle und umsonst

Wolf-Dieter Roth 11.01.2005

Wozu RTL und Premiere? Jetzt kann jeder kann den Nachbarn in den Topf gucken!

Faulheit bei der Installation rächt sich bei allem, das mit Internet und Routern zu tun hat, ganz besonders. So mancher hat eine Überwachungskamera aufgestellt, mit den nun ungewollt die ganze Welt ihn überwachen kann.

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Webcams sind billig und schnell angeschlossen. Schon kann einen die Freundin beim Telefonieren auch sehen – und wenn man nicht aufpasst, danach auch noch ein paar Leute mehr ([local] Sex-Unfall mit der Webcam). Dabei ist längst kein Computer mehr notwendig – unabhängige Komplett-Kameras mit IP-Anschluss werden für Sicherheitszwecke immer mehr eingesetzt ([local] Big Brother für jeden).

Wer eine Webcam im Büro hat, sollte besser lange Hemden tragen…

Auch dabei schießt so mancher Hobbyvoyeur jedoch ein Eigentor, wozu nicht einmal eine Aufzeichnung der Bilder notwendig ist ([local] Wer anderen eine Videogrube gräbt...). Vielmehr reicht es schon, die Kamera nach Anleitung "Plug & Play" ohne Passwortschutz ins Netz zu hängen mit dem Gedanken "macht ja nix, außer mir kennt doch keiner die Adresse". Nur: Hat Google einmal davon Wind bekommen, wozu ein eigentlich gut versteckter Link oder auch die Benutzung der Google-Toolbar völlig ausreichen, so kann die Kamera durch Suchbefehle gefunden werden

Da einige Fabrikate von [extern] Axis und [extern] Panasonic marktführend sind und natürlich deren Bilder alle genau auf denselben HTML-Dateinamen und Unterverzeichnissen ins Netz gespeist werden – bei Axis bespielsweise "view/index.shtml" – reicht es, nach genau diesen Dateien zu suchen und schon gibt es WWTV – weltweites Fernsehen.

Japanisches Aquarium mit schwenkbarer Webcam

Einige dieser Suchlinks kursieren seit einigen Tagen durch die Bloggerszene, beispielsweise [extern] inurl:"ViewerFrame?Mode=" oder [extern] inurl:"view/index.shtml". Und obwohl inzwischen so mancher seine Kamera abgeschaltet hat, bringt ersterer noch über 700 IP-Kameras, zweiterer sogar über 1100. Teils ganz offiziell beispielsweise als Campus- oder Wetter-Webcam im Netz, teils Firmengelände oder Lager von innen zeigend und ganz bestimmt nicht zur öffentlichen Besichtigung bestimmt.

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Noch mehr Webcams – zwischen 2000 und 4000 erbringen die Suche nach [extern] inurl:"MultiCameraFrame?Mode=" und [extern] inurl:"axis-cgi/mjpg" – wobei der letztere nur mit geeignet konfigurierten Clients angezeigt wird. Man sieht also, der große Erfolg der Firma Axis im Markt ist bei Hardware sicherheitstechnisch ebenso gefährlich wie es bei Microsoft-Software der Fall ist.

Ist der Lieblingsparkplatz noch frei?

Auffallend viele der IP-Kameras stehen übrigens in Japan – wegen der Technikbegeisterung der Japaner und wohl auch, weil man dort die Privatsphäre längst nicht so hoch wertet wie bei uns. Doch in Deutschland gilt: selbst, wer nur die öffentliche Straße vor seinem Firmengebäude überwacht, [extern] kann sich dicken Ärger holen, wenn nun die Nachbarn feststellen müssen, dass nicht nur die Kamera ihnen auf den Küchentisch blickt, sondern die ganze Welt noch dazu.

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Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19204/1.html

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Kommentare lesen
Das ist klar, Dirk. (Meinesgleichen 21.1.2005 16:19)
Falsch verstanden? (Dirk T. 20.1.2005 22:24)
IP Webcam für aussen (Felgenklarlack 11.1.2005 15:11)
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