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Auto und Fingerkuppe weg

Florian Rötzer 01.04.2005

In Malaysia machten Räuber kurzen Prozess und schnitten den Finger des Besitzers eines Mercedes ab, der mit einem Fingerabdruck-System gesichert war

Biometrische Verfahren zur Authentifizierung gelten als (fälschungs)sicher und werden von Industrie und Politik beworben und eingeführt. Sie können allerdings, wie Kritiker vorhergesagt haben, zu neuen Gefährdungen führen und es so erlauben, dass auch Unbefugte Sicherheitssysteme überwinden oder Personen eine andere Identität vortäuschen können. Nun ist vermutlich erstmals in Malaysia ein solcher [extern] Fall eingetreten, bei dem Räuber einem Mann einen Finger [extern] abgeschnitten haben, um dessen Wagen zu stehlen, der mit einem Fingerabdruckscanner gesichert war.

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Der 29-jährige K Kumaran ist kein armer Mann. Daher konnte er sich einen Mercedes der S-Klasse leisten. Der gebrauchte Wagen kostete immerhin 75.000 US-Dollar und war neben dem Keyless-Go-System mit einer Key-Card zum schlüssellosen Aufsperren der Türen auch mit einem biometrischen Sicherheitssystem ausgestattet. Ohne den digitalen Scan von Daumen oder Zeigefinger des Besitzers kann man mit dem Wagen, wenn man ihn aufgebrochen hat, nur einige Sekunden fahren, bevor er stehen bleibt. So das Versprechen, wie beispielsweise ein Hersteller solcher Systeme anpreist:


Sicherheitssysteme, die auf biometrischen Erkennungsverfahren beruhen, schieben dem Datenmissbrauch durch Unbefugte einen Riegel vor. Sie identifizieren den Anwender bei der Anmeldung über unverwechselbare persönliche Merkmale, wie den Fingerabdruck, die Iris oder die Stimme. Diese Merkmale können im Gegensatz zu Passwörtern oder SmartCards nicht gestohlen, vergessen oder verloren werden. Die Anmeldung ist einfach: Beim Verfahren der Daktyloskopie - dem Vergleich von Fingerabdrücken - genügt das Antippen eines biometrischen Sensors auf der Tastatur oder Maus. Außer einem hohen Bedienkomfort bieten biometrische Systeme auch finanzielle Vorteile, da beispielsweise die Verwaltung von Passwörtern entfällt.

Am Morgen um sieben Uhr ging Kumaran zu seinem schönen Wagen und wurde dann von einem Honda angefahren. Er stürzte, wurde von den vier Räubern gepackt und in seinen Wagen geschafft. Dann schalteten die Räuber das Sicherheitssystem mit dem Finger von Kumaran ab, den sie auf den Scanner drückten. Anschließend verbanden sie seine Augen mit seiner Krawatte, bugsierten ihn zwischen Vorder- und Rücksitzen auf den Boden und fuhren zu einem unbekannten Ort.

Dort stießen zwei weitere Männer hinzu. Erst einmal wurde das Audiosystem ausgebaut. Dann nahmen die Diebe seine zwei Handys und seine Brieftasche und zwangen ihn, die PIN-Nummern seiner beiden Bankkarten zu sagen. Nachdem klar wurde, dass keiner der Räuberbande den Fingerscanner umgehen konnte, zwangen sie Kumaran auf den Boden und schnitten die Kuppe seines Zeigefingers mit einer Machete ab, um das Fahrzeug benutzen zu können. Kumaran hatte noch Glück, dass die Räuber ihn schließlich lebendig neben einer Straße aussetzten.

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