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Sexistisches Spielzeug oder unentbehrliches Bürozubehör?

Wolf-Dieter Roth 21.04.2005

"Unebene Mauspads" für Ergonomie, Optik und Haptik

Weibliche Brüste sind für kleine Kinder gedacht, doch spielen mitunter auch große Kinder gerne damit. Was soll man aber bloß von Mauspads mit gelgefüllten Brüsten halten? Unfug oder nicht? Telepolis wagte den Praxistest.

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Bei Tastaturen ist es seit einiger Zeit üblich, vor die eigentliche Tastatur noch einen abnehmbaren Balken zu setzen, teils noch mit einer Gelpadauflage ähnlich teuren Fahrradsatteln belegt, auf dem die Hände abgelegt werden können. Auch am Notebook ist die Tastatur schon seit einigen Jahren nicht mehr am vorderen Ende des Rechners, sondern nach hinten versetzt: So soll RSI – [extern] Repetitive Strain Injuries – vorgebeugt werden, den Überanstrengungen der Hände durch unergonomische Handhaltung beim stundenlangen Tippen.

Japan-Mädchen in Blister mit Loch zum Probetatschen (Bild: W.D. Roth)

Doch es gibt nicht nur RSI – früher bei mechanischen Schreibmaschinen noch als [extern] Sehnenscheidenentzündung bekannt – durch unergonomisches Tippen; durch schwergängige Mäuse mit Wackelkontakten oder aber auch schlichtweg [extern] eine falsche Handhaltung beim "Mausen" kann auch der sogenannte [extern] Mausarm entstehen.

"Falsch – Falsch – Richtig": Gutgemeinte Gebrauchshinweise des Anbieters Chestrest.com

Als Abhilfe sollte man zunächst einmal unbedingt eine gut funktionierende Maus benutzen – auch wenn sonstige Produkte aus jenem Hause zu Recht ergonomisch umstritten sind, bieten die Mäuse von Microsoft hier gute Qualität. Das Analogon zum Gelpad für die Tastatur wurde bislang dagegen vergeblich gesucht. Bis letzten November, als [extern] in der Rubrik "Erotik" in Blogs erste ergonomisch geformte Mauspads mit – Polstern – auftauchten.

Maus auf Mauspad (Bild: W.D. Roth)

In Deutschland war die unanständig dreidimensionale Ware jedoch bislang nicht aufzutreiben. Telepolis bestellte also drei der in Taiwan für den japanischen Markt gefertigten Mauspads mit Höckern direkt bei einem Händler in Hawaii für 20 Euro je Dame plus Porto. Der deutsche Zoll öffnete das Paket in Frankfurt, lachte sich vermutlich einen Ast und verlangte zusätzliche 12,60 Euro für Mehrwertsteuer und Importsteuer auf Sexspielzeug – nein, Computerzubehör.

Die Ware sah nun nach dem langen Weg zwar etwas zerknautscht und abgegriffen aus, doch legte sich das nach einer Nacht Auspacken und Ruhen lassen. Der Lacherfolg ist dem Nutzer garantiert sicher – doch wie steht es mit der Ergonomie? Ist die nichtexistent, wenigstens als Ausrede akzeptabel oder wirklich gegeben?

Die etwas strengere Variante für SM-Liebhaber und Lesben (Bild: W.D. Roth)

Nach einem mehrtägigen Praxistest lautet das Ergebnis wider Erwarten: Test bestanden! Die Oberfläche des Pads ist aus seidenähnlichem Stoff und somit auch für mechanische Kugelmäuse gut geeignet, die Unterseite ist rutschfest. Und die zwei Buckel geben beim Auflegen des Arms nicht nur ein angenehmes Gefühl, sondern verringern auch tatsächlich das gefährliche Überstrecken des Handgelenks, wenn der Schreibtisch deutlich tiefer liegt als der Arm.

Wie man die Notwendigkeit des ungewöhnlichen Büroutensils allerdings den Kollegen und noch mehr den Kolleginnen und der Freundin beibringen will und wie es außerdem vor dem sofortigen Diebstahl bei der ersten Pinkelpause schützen kann – ja, das ist eine andere Frage…

Die Variante mit weißen Dessous ist nur für Männer mit sauberen Händen zu empfehlen… (Bild: Busty Mousepads)
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