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Sat1, Pro7 und RTL ab 2006: Für einen Hamburger und eine Cola monatlich?

Petra Vitolini Naldini 30.11.2005

Update: Die Rundfunkgebühr für das kommerzielle Fernsehen wird konkret

Wie schon vor knapp zwei Wochen berichtet ([local] Wird Deutschland zum Schlaraffenland für Pay-TV-Anbieter?), wird seit einiger Zeit in der Medienbranche über den Begriff "Grundverschlüsselung" gesprochen. Dies bezeichnet die Verschlüsselung nicht nur von Pay-TV, sondern auch den jetzt noch frei empfangbaren privaten Programme wie Pro Sieben, Sat 1, RTL, etc.. Für den Fernsehzuschauer mit einer Satellitenantenne könnte dieses Szenario deutlich schneller als erwartet kommen.

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Satellitenbetreiber und Fernsehsender denken über die Umsetzung einer Verschlüsselung und damit einhergehend die Einführung einer Grundgebühr für den Empfang dieser Programme schon für das Jahr 2006 nach. Neben den steigenden Programmkosten werden dafür auch die stagnierenden Werbeerlöse ohne Aussicht auf Besserung seitens der Programmanbieter angeführt.

Nach [extern] Brancheninformationen könnte sich der monatliche Grundpreis – passend zum Programmniveau – in der Höhe eines Hamburgers mit Cola bewegen. Mit dieser Größenordnung würde eine niedrige Eintrittsbarriere geschaffen, die keine ernsthafte Schmerzgrenze beim TV-Konsumenten darstellt. Damit wird er in Zukunft nicht nur die Rundfunkgebühr für die öffentlich-rechtlichen Programme zahlen, sondern auch noch einen kleinen Obulus für die Privaten, unabhängig davon, ob er auch noch das "Fernsehen Erster Klasse", echtes Pay-TV, abonnieren möchte bzw. kann. Das monatlich notwendige Budget für das heimische Fernsehvergnügen steigt somit stetig an.

Zur Zeit befinden sich noch jede Menge digitaler Satellitenreceiver im Markt (etwa 3 Millionen), die nur für "freien Satellitenempfang" konzipiert sind und keine verschlüsselten Programme dekodieren können. Diese müssten dann, obwohl noch nicht alt, durch neue Receivern, die über eine sogenannte Common-Interface-Schnittstelle verfügen, ersetzt werden. Vielleicht bieten die Programmanbieter ja auch das "Premiere-Modell" an: je nach Abo-Abschluss erhält man die Empfangsbox umsonst. Doch dürfte dies erst für ein 10-Jahres-Abo kostendeckend sein. Die über 10 Millionen analogen Satelliten-Haushalte müssten sich allerdings sowieso im Zuge der Digitalisierung und der Abschaltung der analogen Satellitentransponder neues Empfangsequipment zulegen, so dass sich diese gleich die entsprechenden Entschlüsselungsgeräte kaufen könnten.

Auf alle Fälle informierte der führende Satellitenbetreiber [extern] SES Astra Mitte November Hersteller und Handel in einer Mitteilung, wie wichtig es für alle Beteiligten sei, den Konsumenten richtig zu beraten, damit er auch in Zukunft die Vielfalt der Angebote nutzen kann, Grundlage dafür sei das richtige Empfangsgerät: ein digitaler Receiver mit Common-Interface-Schnittstelle. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ...

Die technische Plattform, die APS ([extern] Astra Platform Services) den Programmanbietern in Unterföhring zur Verfügung stellt, lässt auf alle Fälle eine problemlose Umstellung für das kommende Jahr zu. Für die aktuell ca. 3,4 Millionen Haushalte, die [extern] Premiere abonniert haben, könnte eine für diese unkomplizierte Lösung, das so genannte "Cross Access" realisiert werden: Damit können auch verschlüsselte Angebote anderer Anbieter empfangen und auf der bestehenden Smart-Card freigeschaltet werden.

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Aktuell zeigt sich die Situation so: Die Kabelempfangshaushalte zahlen sowieso schon für ihren Fernsehgenuss, die Satellitenhaushalte werden in Zukunft ebenfalls zahlen müssen und die TV-Konsumenten mit heute noch terrestrischem Empfang müssen sich überlegen, wie und was sie in Zukunft noch empfangen wollen, denn analog terrestrisch sind die Privatsender bereits an den meisten Standorten ausgestiegen und waren darin auch nie flächendeckend, digital (DVB-T) steigen sie an vielen Standorten gar nicht erst ein ([local] Fußballballett) und DVB-T wird in Deutschland nach dem [extern] Verbot der Förderung durch die EU nun auch ganz bestimmt nicht mehr flächendeckend eingeführt...

Update: Stellungnahme der Privatsender

RTL und ProSiebenSat1 gaben am Nachmittag des 30. November 2005 erstmals ein Dementi zum Thema Grundverschlüsselung ab, nachdem auch in der Frankfurter Allgemeinen Tageszeitung geschrieben wurde:


Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Verhandlungskreisen verhandeln die beiden führenden deutschen Privatfernsehgruppen RTL und Pro Sieben Sat.1 seit mehreren Monaten mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung ihrer Programme im digitalen Satellitenfernsehen.

Ob die hier beschriebenen Pläne damit nun tatsächlich vom Tisch oder nur vertagt sind, wird die Zukunft zeigen.

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Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21461/1.html

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Kommentare lesen
warum nicht bezahlen (Markus Brummer 2.1.2006 12:56)
öh ja hast recht (ricky_ho 6.12.2005 14:29)
GEZ zieht Gebühren nur für öffentlich-rechtliche Sender ein! (Entwurfsmuster 5.12.2005 17:17)
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