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Eine Welt voller Super-Bubbles

"Das rollende CO2"

Florian Rötzer 29.06.2006

US-Amerikaner stellen 5 Prozent der Weltbevölkerung, aber sie fahren ein Drittel aller Fahrzeuge und geben damit weltweit fast die Hälfte des CO2-Ausstoßes, der von Fahrzeugen verursacht wird, in die Atmosphäre ab

Der amerikanische Autokonzern GM hat mit der Ankündigung, die Arbeitsplätze um ein Drittel zu reduzieren, wohl einen neuen Rekord aufgestellt. Rekordhalter ist GM allerdings auch in einer anderen Sache. Die von GM hergestellten Autos produzieren mit 99 Millionen Tonnen CO2 alleine ein Drittel aller Treibhausemissionen, die von Fahrzeugen verursacht werden, doppelt so soviel wie die 60 Kohlekraftwerke des größten US-Energiekonzerns AEP. Danach folgen die Fahrzeuge von Ford und Daimler Chrysler. Allerdings liegt die USA allgemein weltweit an der Spitze, was die Abgabe von Kohledioxid aus den Autoauspuffen betrifft.

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Die US-Amerikaner stellen 5 Prozent der Weltbevölkerung, aber sie fahren ein Drittel aller Fahrzeuge (PKWs und kleine LKWs) und geben damit weltweit mit 45% fast die Hälfte des gesamten CO2-Ausstoßes, der von Fahrzeugen verursacht wird, in die Atmosphäre ab (Europa hat einen Anteil von 21%, China – zum Vergleich – erst einen von 2%, genau so viel übrigens wie ganz Afrika). Der [extern] Bericht "Global Warming on the Road. The Climate Impact of America's Automobiles" der Umweltorganisation [extern] Environmental Defense hat erstmals versucht, die vom Verkehr in den USA verursachten Emissionen – das "rollende CO2" - zu bilanzieren, und kommt zu dem Ergebnis, dass die Fahrzeuge in den USA einen unverhältnismäßig großen Beitrag zur Klimaerwärmung spielen, nämlich 314 Millionen Tonnen im Jahr 2004. Es gibt in den USA mit 202 Millionen PKWs nicht nur mehr Autos als anderswo in der Welt, die Fahrzeuge geben auch 15% mehr CO2 ab und fahren jährlich mit 11.000 Meilen ein Drittel mehr als der weltweite Durchschnitt. Da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht gut ausgebaut sind und die Städte durch Sprawling immer größer wurden, sind die Amerikaner auch immer größere Entfernungen mit dem Auto gependelt und zum Einkaufen gefahren. Zwischen 1990 und 2001 erhöhte sich beispielsweise die Zahl der Meilen für Shopping-Fahrten um 40%.

"Die Reduktion der Treibhausgasemissionen von US-Kraftfahrzeugen ist für jede Strategie entscheidend, so John DeCicco, Autor des Berichts, "die globale Erwärmung zu verlangsamen." 10% der gesamten CO2-Emissionen weltweit werden von Autos verursacht, in den USA liegt deren Anteil bei 20%. LKWs und PKWs geben in den USA jährlich (Stand 2004) jeweils 157 Millionen Tonnen CO2 ab. Mit 25% Anteil an den Emissionen aller PKWs stehen die kleinen Autos noch an der Spitze, dicht gefolgt aber schon von den SUVs ([local] SUV-Köpfe in Kampflaune). Die werden seit 2002 in den USA anteilsmäßig am meisten verkauft. Bald wird es daher mehr SUVs als andere PKWs in den USA geben. Da die SUVs aber gewaltige Benzinfresser sind, werden die Umweltbelastung und damit auch der Beitrag der USA an der globalen CO2-Abgabe mit diesen noch weiter ansteigen. Seit 1988 ist überdies, so DeCicco, der Treibstoffverbrauch der US-Fahrzeuge zunächst dank der größeren LKWs und jetzt dank der SUVs stetig gewachsen (deren Anteil natürlich auch in anderen Ländern zunimmt). Da die Benzinkosten immer noch keine große Rolle spielen, ist auch der Druck in den USA noch geringer als anderswo, Fahrzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch herzustellen.

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Dringend erforderlich sei es, so der Bericht, nach Wegen zu suchen, um die Notwendigkeit der Fahrzeugnutzung, den Treibstoffverbrauch und den CO2-Gehalt im Treibstoff zu reduzieren. Hier seien Politiker, Autohersteller und Konsumenten gefragt, die alle Möglichkeiten in der Hand haben, andere Wege einzuschlagen.

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Kommentare lesen (189 Beiträge)
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Uhs keine Üschrift (/Rak 8.7.2006 1:40)
Ziemlich teuer (Heiopei 6.7.2006 12:12)
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