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Apple und seine Silhouetten-Mädchenbilder

Ernst Corinth 12.12.2006

Mag Steve Jobs keine Vibratoren?

Beim Thema Sex versteht die Firma Apple keinen Spaß. Dies haben gleich zwei Unternehmen jetzt zu spüren bekommen: Da ein japanisches Unternehmen eine Masturbationshilfe für Frauen ausgerechnet [extern] gPod genannt hat, versucht Apple diese Namensnennung nun juristisch nachträglich zu verbieten. Und auch der britische Hersteller des iBuzz bekam kürzlich [extern] Post von den Apple-Anwälten.

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Dabei ist der iBuzz fürwahr eine revolutionäre Erfindung, die der Hersteller Love Labs nicht ganz zu Unrecht "the musical orgasm machine" nennt. Verbindet man das Gerät nämlich mit einem iPod oder einen anderen MP3-Player, dann vibriert der iBuzz-Mini-Vibrator zum Rhythmus der gerade abgespielten Musik. Und inzwischen gibt es schon die zweite Generation dieses Geräts: den [extern] iBuzzTwo, der gleichzeitig zwei Leute ein orgiastisch verschöntes Musikerlebnis ermöglicht.

Eine tolle Erfindung also, vor allem für hand- oder hüftlahme Paare. Doch selbst das hat Apple nicht beeindrucken können. Die Firma stört nämlich, dass auf der Netzseite von Love Labs die Silhouetten von Mädchen zu sehen gewesen sind, die sich offensichtlich gerade mit ihren Vibratoren vergnügen. Und da Apple für seinen iPod ebenfalls mit Silhouetten-Mädels wirbt und dem Unternehmen anscheinend alle Silhouetten-Mädchenbilder auf der Welt gehören, sah man darin ein Verstoß gegen das Urheberecht.

Außerdem wurde von den Apple-Anwälten sogar behauptet, das britische Unternehmen hätte bei seiner Werbung Silhouettenbilder von Apple verwendet. Was inzwischen jedoch auf der Webseite von [extern] iBuzz widerlegt werden konnte.

Seltsam an diesem Streit ist vor allem, dass die inkriminierten Fotos bereits ein Jahr online gewesen sind - ohne dass Apple sich daran störte! Und der iBuzz ist bei Apple an höchster Stelle kein Unbekannter. Als Love Labs im Februar dieses Jahres den Mini-Vibrator auch auf den US-Markt brachte, schickte man nämlich Apple-Chef Steve Jobs eines davon als Geburtstagsgeschenk. Statt sich darüber zu freuen, soll dieser das Gerät umgehend wieder zurückgesendet haben mit dem kurzen humorlosen Kommentar: "Product not ordered!"

Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24205/1.html

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