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Schicke, kleine Waffe zum Elektroschocken

Florian Rötzer 09.01.2007

Taser bringt ein billigeres Modell für den Privatkunden auf den Markt

Nach Angaben von Taser wurde bereits eine halbe Million der von der Firma hergestellten Elektroschock- oder Elektroimpulswaffen verkauft. Sie werden von Taser als die "sicherste" nichttödliche Waffe für die Selbstverteidigung bezeichnet, mit der man einen Angreifer stoppen kann. Allerdings werden die Elektroschocker auch von Sicherheitskräften gerne willkürlich und zum Quälen eingesetzt ([local] Wer nicht kuscht, wird getasert), zum Foltern taugen sie auch. Die bislang angebotenen Modelle, mit denen sich über eine Entfernung bis zu sieben Metern durch zwei Drähte mit Pfeilen auch mehrmals ein Stromstoß von 50.000 Volt auf ein Opfer abfeuern lassen, waren allerdings nicht nur harmlos, sondern haben auch Dutzende von Menschen getötet ([local] Tödliche "nichttödliche" Waffen).

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Jetzt hat Taser anlässlich der Consumer Electronics Show ein schickeres, auch für die Jacken- oder Handtasche taugliches "ziviles" Modell entwickelt, das im April auf den Markt kommen soll: [extern] C2, die "nächste Generation der persönlichen Schutzsysteme", die es bereits ab 299 US-Dollar gibt. X26, das letzte Modell für den Privatkunden, wird seit 2005 für 999 US-Dollar angeboten, gibt zwischen 10 und 17 Elektroschocks mit einer Spannung von 50.000 Volt und einer Stromstärke von 2,1 Milli-Ampere ab. Bei 10 Stromschlägen pro Sekunde kann die Waffe 30 Sekunden feuern. Genaue Daten für Leistung der C2 sind noch nicht bekannt. Angeboten wird sie in verschiedenen Farben (blau, silbern, pink oder schwarz) und soll wohl zu einem Gegenstand werden, das auch modebewusste Zeitgenossen mit sich führen. Die Waffe, die nicht mehr so deutlich nach einer Pistole aussieht, kann bis 4,5 Meter weit feuern. Die leichte und kompakte Waffe kann nach einer Ladezeit von 30 Sekunden erneut benutzt werden. Mit Laserstahlen lassen sich auch nachts die Ziele anleuchten.

Geworben wird auch damit, dass mit C2 auch eine - natürlich – "revolutionäre" Sicherheitstechnik angeboten wird. Verkauft wird die Waffe so, dass sie sich nicht benutzen lässt. Der Käufer muss sich erst, wenn er Zuhause ist, einen Hintergrundcheck auf einer Website oder über Telefon ableisten, um die Waffe dann mit einem Aktivierungscode freischalten zu können. Das soll irgendwie der Sicherheit dienen, weil zumindest Käufer, die ehrlich sind, älter als 18 Jahre sind. Zudem wird, wenn die Pfeile verschossen werden, das Anti-Felon Identification-Programm (AFID) ausgelöst. Dabei werden Konfetti abgegeben, anhand derer sich die Besitzer der Waffe identifizieren lassen. Das soll eine kriminelle Verwendung verhindern.

In den meisten US-Bundesstaaten benötigt man für Elektroschockwaffen keine Genehmigung. In [extern] Deutschland gibt es noch immer keine wirkliche Regelung, da keine Prüfvorschriften für die Zulassung entwickelt wurden. Solange dürfen alle Erwachsene sie besitzen und mit sich führen. [extern] Eingeführt werden können "Elektroimpulsgeräte, deren Modelle vor dem 11. Oktober 2002 erstmals hergestellt wurden und die sich berechtigt im Verkehr befinden, jedoch kein amtliches Prüfzeichen tragen, hat das Bundeskriminalamt eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Diese Genehmigung ist befristet bis zum 31. Dezember 2006. "

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Die Ankündigung des neuen und "sicheren" Elektroschockgeräts ging zeitlich einher mit Meldungen über zwei Tote. So haben Polizisten in Florida am Samstag einen 48-jährigen Mann, der bereits Handschellen anhatte und im Polizeiwagen saß, mit einer Taser-Waffe zu [extern] disziplinieren gesucht, um ihm auch Fußfesseln anlegen zu können. Daran ist der Mann gestorben, der festgenommen wurde, weil er angeblich Musikgeräte in einem geliehenen Lastwagen an einer Tankstelle beschädigte. Der Inhaber eines Musikladens wollte die Instrumente zu einem Kunden bringen. Und am Sonntag [extern] starb ein 38-jähriger Mann an Herzversagen in New York, nachdem die Polizei ihn in seiner Wohnung überwältigen wollte und während des Gerangels taserte. Der psychisch Kranke hatte seine Medikamente nicht mehr genommen und war offenbar agitiert.

Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24402/1.html

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Kommentare lesen
Wens interessiert? (Hartz4Georg 13.1.2007 17:56)
Gähn (jaho 12.1.2007 22:17)
Na also (Geriatrischer Übermut 12.1.2007 10:18)
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