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Klimaerwärmung und schmutziger Schnee

Florian Rötzer 09.06.2007

Seit der Industriellen Revolution sind große Mengen an Russ über die Atmosphäre wieder auf die Erde gelangt, haben die Schneedecke dunkler gemacht und vermutlich neben den Treibhausgasen einen erheblichen Anteil an der Erderwärmung gehabt

Die Erwärmung der Atmosphäre wird vor allem auf die Emission von Treibhausgasen und hier vorwiegend auf Kohlendioxid zurückgeführt. Wissenschaftler vom [extern] Department of Earth System Science an der [extern] University of California, Irvine, haben in einer Studie einen weiteren Faktor genauer als bislang ermittelt, der auch auf menschlichen Aktivitäten beruht, aber andere Faktoren mit ins Spiel bringt: nämlich Russ und Schnee.

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Bild: U.S. Dept. of Energy

Das Phänomen ist einfach und auch schon länger als eine der Ursachen für die Klimaerwärmung bekannt. Russ, der durch Verbrennungsprozesse aus Schornsteinen, Auspuffrohren, offenen Feuern oder Waldbränden in die Luft gelangt, kommt mit Schneeflocken u.a. auf den Boden und bildet so eine dunklere Schneeschicht, die stärker Licht aufnimmt und damit Wärme erzeugt: "Dunkler Russ kann sich sehr schnell erwärmen", sagt Charlie Zender, einer der Autoren der Studie [extern] Present-day climate forcing and response from black carbon in snow, die im [extern] Journal of Geophysical Research erschienen ist. "Das ist so, als würde man winzige Toaster in die Schneeschicht einfügen." Weißer Schnee hingegen reflektiert das Licht stärker, d.h. die Albedo ist höher, und wirkt so kühlend.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass seit der Industriellen Revolution, große Mengen an Russ in die Atmosphäre gelangten und durch die Bildung von schmutzigem Schnee einen nicht unerheblichen Anteil an der Klimaerwärmung hatten. Der Anteil der von den Menschen verursachten, anthropogenen Russemissionen macht nach ihren Berechnungen bis zu 80 Prozent der Gesamtabgabe aus. Allerdings variiert der Beitrag zur Erwärmung durch den von Russ verschmutzten Schnee von Jahr zu Jahr und ist beispielsweise noch höher, wenn es in einem Jahr viele und große Waldbrände gegeben hat.

Russpartikel. Bild: Nasa

In den letzten 200 Jahren hat sich das Klima um 0,8 Grad Celsius erwärmt. Der Anteil der Erwärmung durch schmutzigen Schnee habe zwischen 0,1 und 0,15 Grad Celsius oder 19 Prozent der Gesamterwärmung betragen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich nach den Schätzungen die Arktis um 1,6 Grad erwärmt, der Beitrag des mit Russ verschmutzten Schnees habe hier zwischen 0,5 bis 1,5 Grad oder bis zu 94 Prozent betragen.

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Dabei haben die Wissenschaftler die Emissionen von Waldbränden in der nördlichen Erdkugel und die Auswirkungen der Erwärmung auf die Dicke der Schneedecke einbezogen. In einigen arktischen Gebieten hat die Erwärmung soviel Schnee abgeschmolzen, dass das darunter liegende Meereis oder der Boden durchbricht, die beide dunkler als Schnee sind und daher mehr Wärme aufnehmen und so die Erwärmung weiter verstärken. Dadurch seien zu manchen Zeiten die Temperaturen drei Grad höher als normal gewesen: "Wenn der Schnee weg ist, wirkt der Russ, der die Schneeschmelze verursacht hat, weiter, weil die Oberfläche dunkler ist und mehr Wärme aufnimmt", erklärt Zender.

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