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Rumsfelds Memos

Florian Rötzer 02.11.2007

Einblicke in die Denkweise des ehemaligen Pentagon-Chefs

Die [extern] Washington Post hat einige vom ehemaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verfasste interne Memos und Anweisungen erhalten. Sie geben einen interessanten Einblick, wie der Mann an der Spitze der Armee der globalen Supermacht, der einer der treibenden Kräfte hinter dem Irak-Krieg war, versucht hatte, gegen die wachsende Kritik an der Pentagon-Führung anzugehen. Rumsfeld, der schließlich auch ein Propagandabüro namens "Office for Strategic Communication" gründen wollte, setzte dabei vornehmlich eben auf "strategische Kommunikation" zur Täuschung der Öffentlichkeit.

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Donald Rumsfeld verabschiedet sich am 15. 12. 2006 nach seinem Rücktritt. Bild: DoD

Offenbar hat Rumsfeld, der kurz nach den Präsidentschaftswahlen seinen Hut nehmen musste, seine Mitarbeiter mit 20-60 solcher Memos, auch "Schneeflocken" genannt, traktiert. Als er beispielsweise wegen der verfahrenen Lage im Irak im April 2006 auch von Generälen kritisiert wurde, die seinen Rücktritt verlangten, forderte in einem Memo nach einer Sitzung mit Geheimdienstmitarbeitern seine Mitarbeiter auf: "Sprecht von Somalia, den Philippinen etc. Lasst die Amerikaner erkennen, dass sie von gewalttätigen Extremisten in der ganzen Welt umzingelt sind." Die Menschen würden sich dann drängeln, sich zu opfern: "Sie suchen nach Führung. Opfer = Sieg."

Immerhin versicherte er, dass der globale Krieg gegen den Terrorismus ein "langer Krieg" sein werde und der Irak nur ein Schlachtfeld sei. Verliere man den Krieg, dann werde der Iran der Gewinner sein. Schon 2004 überlegte er, den "Krieg gegen den Terrorismus" umzubenennen. Er dachte daran, den Terrorismus als "weltweiten Aufstand" darzustellen, dessen Ziel es sei, das "staatliche System" zu beenden und "die Nicht-Radikalen aus der Welt zu vertreiben". Er gab die Anweisung, diese Umformulierungen zu testen. Offenbar erwiesen sie sich nicht als wirkungsvoll. Ansonsten heißt es auch einmal, dass die Bedrohung weiterhin hoch gehalten werden oder der Iran mit Irak in Verbindung gebracht werden solle.

"keep elevating the threat"

Europa und die Vereinten Nationen würden das Problem nicht verstehen, beklagte er sich. Der Reichtum der arabischen Ölländer habe die Muslime von der Realität abgelöst, durch Arbeit zu Wohlstand zu kommen: "Zu oft haben Muslime etwas gegen körperliche Arbeit, daher holen sie Koreaner und Pakistani, während ihre jungen Menschen unbeschäftigt sind. Eine arbeitslose Bevölkerung lässt sich einfach für den Radikalismus gewinnen. Nebenbei beschäftigte er sich unter anderem auch mit Zeitungsartikeln, die ihm nicht gefielen, und verlangte von Mitarbeitern, Entgegnungen zu schreiben oder die Selbstdarstellung des Pentagon zu verbessern.

Ein Memo von Rumsfeld, das wenige Stunden nach den Anschlägen vom 11.9. verfasst und letztes Jahr bekannt wurde, machte deutlich, dass der Verteidigungsminister sofort daran dachte, die Gunst der Stunde zu nutzen, um auch gegen den Erzfeind Saddam Hussein vorzugehen. Rumsfeld forderte General Myers auf, möglichst schnell Informationen und Beurteilungen herbeizuschaffen, um nicht nur militärisch gegen Bin Laden, sondern gleichzeitig auch gegen Saddam Hussein vorgehen zu können: [b]est info fast . . . judge whether good enough [to] hit S.H. [Saddam Hussein] at same time - not only UBL [Usama Bin Laden]" ([local] "Hit SH at same time -- not only UBL").

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Kommentare lesen
oh... (demokratie 9.11.2007 17:41)
Ich habe keine Scheuklappen (nick00 5.11.2007 16:30)
Ich habe verdammt nichts gegen die USA, (little Jason 4.11.2007 1:33)
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