Was machen wir mit den USA?
07.12.2007
Der weltgrößte Treibhausgasemittent bewegt sich einfach nicht von der Stelle
Was machen wir mit den USA? Das ist neben den inhaltlichen Punkten eine der zentralen Fragen, die hier durch die Fluren des Bali-Konferenzzentrums geistert. Der weltgrößte Treibhausgasemittent bewegt sich einfach nicht von der Stelle. Dass Australien das Kyoto-Protokoll kurz vor Beginn der Verhandlungen unterschrieben hat, beeindruckt Präsident Bush nicht im Geringsten.
Im Gegenteil: Er besitzt die Dreistigkeit, seine Delegationsmitglieder zu beauftragen, während der Verhandlungen über die Zukunft des Kyoto-Protokolls, Stimmen für seinen "Haupt-Emittenten-Prozess" zu sammeln, der im Wesentlichen auf freiwillige Minderungsbemühungen setzt. Damit stören sie nicht nur den Prozess, sie lenken außerdem die Kollegen der anderen Delegationen auch vom Wesentlichen ab.
Aber es kommt noch besser. Heute beschwerte sich einer der US-Delegierten darüber, dass keiner das Engagement Amerikas anerkenne. Man tue schließlich was man könne, doch alle würden weiterhin mit dem Finger auf die USA zeigen und sagen: „Das ist nicht genug!“
Zwar sind die Emissionen in den USA laut Aussage der Regierung im letzten Jahr leicht zurückgegangen, doch jeder Amerikaner pustet weiterhin etwa doppelt so viel CO2 in die Luft wie ein Deutscher und rund ca. 13 Mal so viel wie ein Inder. In Deutschland liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 bei 10 Tonnen pro Jahr. In Indien bei etwas über einer Tonne.
„Die US-Regierung stehen mit ihrer Haltung ziemlich allein da. Nicht nur gegenüber den anderen Delegationen, sondern auch gegenüber ihren eigenen Leuten“, sagt Elizabeth Bast, Klimaexpertin bei der BUND-Partnerorganisation Friends of the Earth USA. „Immer mehr Menschen in meiner Heimat befürworten hohe Reduktionsziele für die Vereinigten Staaten.“
Deswegen besteht die berechtigte Hoffnung, dass mit einer neuen Regierung, die 2009 gewählt werden wird, auch die USA auf Klima-Kurs einschwenken könnten. Bis dahin muss es gelingen, sie so weit in die Verhandlungen einzubeziehen, dass sie das Ergebnis auch als das ihre empfinden. Wie weiter mit den USA? Das ist eine der zentralen Fragen auf Bali…