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Die Reichen werden immer schneller noch reicher

Florian Rötzer 15.12.2007

In den USA wächst die Kluft zwischen den Armen und Reichen, vor allem aber den Superreichen, mit einer rasanten Geschwindigkeit

Wenn die USA den Vorschein dafür geben, wie gesellschaftliche Entwicklungen in Zukunft verlaufen, dann wird auch anderswo die Schere zwischen Armen und Reichen sowie Superreichen mit schneller Geschwindigkeit noch weiter als bislang aufgehen. In den USA wurde zumindest jetzt eine Rekordkluft festgestellt: Das Einkommen des reichsten 1 Prozents hat zwischen 2003 und 2005 das gesamte Einkommen der ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung bereits weit [extern] überschritten.

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Der vom Congressional Budget Office (CBO) veröffentlichte [extern] Bericht macht deutlich, wie sich der Abstand zwischen den Reichen und Armen in den letzten Jahren enorm vergrößert hat. Dabei wird nicht nur das versteuerte Einkommen zugrunde gelegt, sondern auch unversteuerte Sozialleistungen wie Lebensmittelmarken oder Zahlungen der Sozial- und Gesundheitsversicherung. Das Einkommen, das durch Löhne erzielt wird, sinkt dabei gegenüber den anderen Einkommensarten immer weiter ab, was zur weiteren Erosion der Mittelschicht führt und langfristig die gesellschaftliche Stabilität gefährden könnte, wenn die Reichen und Armen noch weiter auseinanderdriften.

Die reichsten 1-Prozent der US-Amerikaner, das sind 3 Millionen Menschen oder 1,2 Millionen Hauhalte, haben 2005 insgesamt 1,8 Billionen Dollar oder 18 Prozent des Einkommens der Gesamtbevölkerung verdient. Dass sich der Reichtum der Wenigen an der Spitze gegenüber dem fallenden Einkommen des Rests der Gesellschaft explosiv schnell vermehrt, lässt sich daran erkennen, dass die reichsten 1 Prozent 2003 "nur" einen Anteil von 14,3 Prozent am Gesamteinkommen hatten. Betrachtet man die gesellschaftlichen Extreme, dann wird die Entwicklung noch deutlicher. Das reichste 1 Prozent erzielte mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen, das 37 Prozent höher ist, als das des ärmsten Fünftel der Bveölkerung (383 Milliarden Dollar).

Dass die Abstände größer werden, zeigen auch andere Zahlen. Lag das durchschnittliche Jahreseinkommen des untersten Fünftels 2004 bei 15.800 Dollar (versteuert: 15.100) und das des obersten Fünftels bei 214.500 (versteuert 160.400), so hatte das unterste Fünftel 2005 von 15.900 (versteuert: 15.300) das reichste 231.300 (versteuert: 172.200). Die Reichsten werden dabei überproportional reicher, während die Ärmeren und die Mittelschicht kaum oder gar nicht zulegen. So stieg das Einkommen der reichsten 1 Prozent von 1.299 Millionen (2004) auf 1.558 Millionen (2005) an. Die reichsten 10 Prozent hatten 2005 einen Anteil von 40 Prozent am Gesamteinkommen, das reichste Fünftel von 55 Prozent. 40 Prozent der Amerikaner erzielen einen Anteil von 75 Prozent des Gesamteinkommens.

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Das reichste 1 Prozent der Haushalte nahm 2005 durchschnittlich 465.000 Dollar (42.6 Prozent nach Inflationsbereinigung) mehr als 2003 ein. Das Einkommen des ärmsten Fünftels stieg um 200 Dollar (1,3 Prozent), das des mittleren Fünftels um 2.400 Dollar (4,3 Prozent). Das CBO sagt nicht, welcher Anteil der Einkommenszuwächse bei den reichsten Amerikanern auf Gewinne und welcher auf Steuererleichterungen vor allem für Kapiteleinkünfte und Aktiengewinne zurückzuführen, die die Bush-Regierung zugunsten der Reichen eingeführt hat.

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