Bei den Vorwahlen der demokratischen Partei in Südcarolina siegte gestern Barack Obama mit 55 %. Auf Platz zwei landete Hillary Clinton mit 27 %. John Edwards wurde mit 18 % Dritter. Die Republikaner hatten in den Bundesstaat bereits vor einer Woche gewählt.
Ausschlaggebend für den Sieg Obamas war unter anderem das Votum der Schwarzen, die etwa ein Drittel der Bevölkerung des Bundesstaates und einen wesentlich größeren Teil der Vorwähler der Demokraten stellen. Bei ihnen führte der Gewinner noch weitaus deutlicher.
Der Wahlkampf, der sich in der letzten Woche fast ausschließlich auf den Bundesstaat konzentrierte, war turbulent verlaufen: Im Rahmen einer spektakulären CNN-Anschreidebatte zwischen Hillary Clinton, Barack Obama und John Edwards in Myrtle Beach unterstellte Clinton Obama einen ständigen Wechsel der Positionen - ein Vorwurf, über den 2004 John Kerry stolperte. Mit Bezug auf Obamas umstrittener Reagan-Äußerung sagte sie: "Es ist manchmal schwer zu verstehen, was Senator Obama meint - weil er immer sagt, er habe es nicht so gemeint, wenn man ihn darauf anspricht."
Obama wiederum griff erneut auf Capra/Gingrich-Rhetorik zurück, beschuldigte Clinton des skrupellosen Opportunismus und warf ihr vor, dass sie im Aufsichtsrat des für seine Behandlung von Angestellten und Gewerkschaften berüchtigten Wal-Mart-Konzerns saß, während er "auf den Straßen von Chicago mit armen Leuten gearbeitet" habe. Clinton konterte darauf sofort mit Obamas Verbindungen zu einem Slumlord aus Chicago, der im Ruch von Verbindungen zur Organisierten Kriminalität steht. Obama versuchte sich damit zu verteidigen, dass er sehr jung gewesen sei, als er sich als Mitarbeiter einer Kanzlei mit den Geschäften der umstrittenen Figur befasste, außerdem hätte er nur wenige Stunden damit zugebracht. Die Annahme von Wahlkampfspenden des Slumlords hätte auf einer "Fehleinschätzung" beruht, weshalb er sie mittlerweile auch zurückgegeben habe.