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Thomas Pany 03.02.2008

Studie: Erziehungsgeschulte Eltern erzielen kaum bessere Resultate

Eltern-Kind-Kurse können Verhaltensstörungen von Kleinkindern statistisch gesehen kaum verhindern. Der Besuch solcher Kurse hat kaum Auswirkungen auf das Verhalten von Zweijährigen. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung, die in Australien an 700 Kindern durchgeführt wurde und zur ersten ihrer Art gezählt wird.

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Forscher des [extern] Centre for Community Child Health (CCCH) in Melbourne haben versucht, an 733 Kleinkindern und deren Müttern die Wirksamkeit bestimmter pädagogischer Schulungen für Eltern zu studieren. Hintergrund: Die Wissenschaftler wollten wissen, ob mit solchen "Parental Classes" möglichen Verhaltensprobleme im jüngsten Kindesalter erfolgreich begegnet werden kann. Da individuell verordnete Kurse für bestimmte Eltern begrenzte Reichweite haben und sozial stigmatisierend sein können, wollten die Forscher herausfinden, welche Wirkungen für alle Familien konzipierte Universalkurse haben können, ob sie als Prävention gegen Verhaltensstörungen taugen. Verhaltensprobleme, von denen statistisch gesehen 20 Prozent der Kinder affiziert sind, gelten in der Forschungsliteratur als Wegbereiter für größere persönliche, soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Ergebnisse der australischen Studie werden in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals British Medical Journal [extern] veröffentlicht.

Die Studie setzte an, als die Kinder etwa 8 Monate alt waren. Die eine Hälfte der Mütter sollten nach eigenem Gutdünken, ohne irgendwelche Anleitungen, erziehen; ganz so, wie sie es für gut befanden. Die andere Hälfte wurde dazu angeleitet, elterliche Fürsorge-Kurse zu besuchen. Das Programm dieser parenting classes wurde von Erziehungsexperten des CCCH entworfen: Es zielt hauptsächlich darauf ab, Verhaltensaufälligkeiten wie "Trotz" und "Aggression" von Kindern zu vermeiden. Elterliche Fürsorge und die psychische Gesundheit der Mütter sollen ebenfalls verbessert werden. Das Programm der Kurse soll Grundsätze beherzigen, die Lob und Ermutigungen für Kinder den Vorrang vor Kritik und Strafen einräumen. Auf Schreien und Schlagen soll verzichtet werden; ein Kind, das sich schlecht benimmt, sollte eher mit Ignorieren und Auszeiten bestraft werden.

Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der jeweiligen Erziehungspraktiken – mit und ohne anleitende Begleitung - zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten: Als die Kinder 18 und 24 Monate alt waren. Da Kinder und Mütter aus unterschiedlichsten sozialen Schichten kamen, soll das Ergebnis laut den Studienverfassern schichtenübergreifend gelten: Der Besuch der extra konzipierten Kurse, die den Müttern mehr Fürsorge und den kleinen Kindern gutes Verhalten lehren sollte, hat bei den Zweijährigen und ihren Müttern keine signifikanten Spuren hinterlassen.

Mütter, die mit ihrem Krabbelkind solche Kurse besuchten, waren nicht weniger gestresst als die anderen Mütter und die Kinder verhielten sich, soweit dies die Melbourner Wissenschaftler beobachteten, nicht besser als die ungelernten. Trotzdem konnten die Fürsorgeklassen einen Erfolg verzeichnen: Eltern, welche die Kurse besuchten, hatten laut Studie ein kleineres Risiko, zu missbräuchlichen und harten Erziehungsmaßnahmen zu greifen und sie stellten auch keine überzogene Erwartungen an die Entwicklung ihrer Kinder.

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Kommentare lesen
Falsch (Gandalf der Graue 9.2.2008 21:21)
Es ist das Gen 9001, (Willi Waelzlager 5.2.2008 14:12)
darüber sollte man (mauricetwin 5.2.2008 13:23)
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