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Dürre soll Spaniens CO2-Ausstoß erhöht haben

Ralf Streck 09.04.2008

Wegen fehlender Wasserenergie seien die Emissionen des Klimagases um 3 % gestiegen

Die spanische Regierung behauptet, die Dürre sei für den Anstieg des CO2-Emissionen 2007 verantwortlich. Wegen der geringeren Erzeugung von Elektrizität aus Wasserkraft sei der Ausstoß um 5 % gegenüber dem Vorjahr 2006 gestiegen. Doch das klingt spanisch, schließlich wurden Wind- und Solarenergie deutlich ausgebaut und schon 2006 herrschte Dürre im Land.

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Eigentlich hat die sozialistische Regierung damit nun eingeräumt, dass ihre Klimaschutzpolitik gescheitert ist. Doch sie versucht nun, die "extreme Dürre" und die damit einhergehende geringere Erzeugung von Hydroenergie dafür verantwortlich zu machen, dass nach vorläufigen Daten der CO2-Ausstoß um bis zu 5 % zugenommen hat. Zur Erzeugung von elektrischer Energie habe man verstärkt auf Kohle zurückgreifen müssen. In der Industrie sei der Ausstoß dagegen um 0,3 % gesenkt worden, wird [extern] positiv hervorgehoben.

Nach dem Rekord im Jahr 2005, in dem Spanien fast 53% über der Kioto-Marke lag ([local] Spanien erklimmt neue Höhen beim Verstoß gegen das Kioto-Abkommen), soll der Ausstoß 2006 leicht gefallen sein. Das sagte die Umweltministerin Cristina Narbona pünktlich zum Klimagipfel in Nairobi. Doch das durfte schon damals bezweifelt werden, schließlich beherrscht die Dürre seit vier Jahren das Land und wurde schon 2005 als Grund für den Anstieg [local] angeführt.

Die neue deutliche Zunahme der Emissionen weist eher darauf hin, dass sich strukturell nichts geändert hat. Die enormen Steigerungen der eingespeisten Leistung aus Wind- und Solarstrom werden [local] vom wachsenden Verbrauch aufgefressen. Bei der Windkraft ist Spanien weltweit [local] auf den zweiten Platz vorgerückt und auch beim Solarstrom wurde erheblich [local] mehr Leistung installiert. Rechnet der Sekretär der Behörde zur Vorbeugung von Kontamination und Klimaschutz Arturo Gonzalo Aizpiri also in seine Bilanz ein, dass ein Atommeiler vom Netz ging, weil das Wasser des Ebro [local] nicht mehr zur Kühlung reichte, oder ein Waldbrand zur Räumung und Abschaltung eines AKWs führte? Leidet er unter einer Teilamnesie und vergisst plötzlich, dass Atomkraftwerke wegen Pannen lange abgeschaltet waren? Erstaunlich ist auch, dass er stets die starke Zunahme des Verkehrs und des Transports als [extern] Hauptproblem für den Klimaschutz nannte. Doch der Verkehr hat weiter ungebremst zugelegt, ohne dass dies noch eine Erwähnung fände. Man darf auf die endgültigen Daten gespannt sein.

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Es ist billig, nun auch die Dürre dafür verantwortlich zu machen, dass man sich immer weiter von den Kioto-Verpflichtungen entfernt und weiter an der Spitze beim Verstoß gegen das Abkommen liegt. Dabei leidet gerade Spanien enorm unter den [local] Klimaveränderungen und der Verwüstung.

Die Lage in einigen Regionen wird immer dramatischer. In Katalonien und Valencia herrscht die schwerste Dürre seit 1912. Seit Oktober fielen in Katalonien nur 40 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Die Pegel der Stauseen, welche die katalanische Metropole Barcelona versorgen, sind unter die Marke von 20 % gefallen. Mit allen Mitteln wird nach Möglichkeiten gesucht, um die vier Millionen Bewohner mit Wasser zu versorgen. Verboten ist es nun, Gärten, Wiesen, Grünzonen und Sportanlagen zu gießen. Autowaschen ist tabu und hohe Geldstrafen drohen auch für das Befüllen der Swimmingpools.

Die spanische Regierung weigert sich, temporär Wasser aus dem Fluss Segre in den Llobegrat zu pumpen, um Barcelona zu versorgen. Doch das fließt ungenutzt in den Ebro, der gerade Hochwasser führt, weil es in den letzten Wochen im Nordwesten des Landes stark geregnet hat. Da die Sozialisten (PSOE) auf Meerwasserentsalzung setzen, [extern] schlagen sie vor, mit Schiffen und Zügen Trinkwasser aus Überschüssen der Entsalzungsanlage in Almería, sowie aus Tarragona und dem französischen Marseille nach Barcelona zu schaffen. Dafür stünden zehn Schiffe bereit. Die Kosten sollen sich auf 44 Millionen Euro im Monat belaufen. Eine allgemeine Begrenzung der Wasserverschwendung ist bisher nicht vorgesehen. Dabei ist Spanien das Land in Europa mit dem höchsten Pro-Kopf Wasserverbrauch und den niedrigsten Wasserpreisen.

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Kommentare lesen
Ach weisst du ... (Lügendetektor 11.4.2008 18:20)
Dem kann ich weder folgen noch mich anschließen (gigngogn 9.4.2008 20:58)
Danke dafuer ! Jetzt weiss ich, du arbeitest bei Titanic. (kwT) (MaxSim 9.4.2008 19:48)
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