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Walfangverbot wieder auf der Kippe?

Florian Rötzer 23.06.2008

Japan drohte vor dem Beginn der Tagung der Internationalen Walfangkommission mit dem Beginn des kommerziellen Walfangs, um einen Kompromiss zu erzwingen

Wie jedes Jahr wird auch auf der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission ([extern] IWC) in Santiago de Chile erneut über die Weiterführung des Walfang-Moratoriums und die Ausnahmen verhandelt ([local] Ende des Walfangverbots?). 1986 wurde das allgemeine Moratorium beschlossen, aber nur halbherzig eingehalten, indem beispielsweise Japan Ausnahmen für die Jagd aufgrund wissenschaftlicher Zwecke eingeräumt wurden, wobei jeder weiß, es hier um kommerziellen Walfang geht.

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Die Länder, die (wie Japan, Island, Grönland oder Russland) das Moratorium kippen und wieder kommerzielle Jagd auf die Meeressäuger machen wollen, kämpfen seit Jahren nicht zuletzt mit finanziellen Mitteln darum, eine Mehrheit der 80 Mitgliedsstaaten zu gewinnen. Unter anderem werden auch reine Binnenländer eingeschleust, um die Stimmenverhältnisse zu verändern ([local] Symbolischer Sieg oder Niederlage?). Norwegen erkennt das Moratorium nicht an.

Gefangener Minkwal. Bild: IWAF

Versucht werden soll dieses Mal, einen Kompromiss zwischen den beiden Parteien zu finden, der vermutlich darauf hinauslaufen könnte, in gewissem Umfang die kommerzielle Jagd wieder zuzulassen, das Schlupfloch der wissenschaftlichen Jagd zu schließen, die Jagd genauer zu regeln und eine nicht zu hohe Fangquote zu vereinbaren. Japan hat schon damit [extern] gedroht, die kommerzielle Jagd wieder aufzunehmen und aus dem IWC auszutreten, wenn keine Einigung zustande kommt.

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Während Australien einen möglichen Kompromiss strikt ablehnt, [extern] sehen sogar Tierschutzorganisationen wie der WWF International einen Sinn darin, mit den jetzigen Verboten aufzuhören, die immer mehr unterlaufen werden. Jetzt schon würden jährlich 1.600 Wale getötet. Allerdings [extern] fordert der WWF vor allem eine Reform des IWC, das Ende des wissenschaftlichen Walfangs, mehr Schutz für Wale und Delfine, die zahlreich in Netzen ertrinken oder die Einrichtung von Schutzgebieten.

Lange haben Tierschützer für das Moratorium gekämpft, das viele Walarten wahrscheinlich vor dem endgültigen Aussterben bis jetzt gerettet hat. Im 20 Jahrhunderten wurden die Wale regelrecht dahingemetzelt. Von den 350.000 Blauwalen, die es zu Beginn des Jahrhunderts vermutlich noch gegeben hatte, hatten nur einige Hundert überleben können. Während sich einige Walarten wieder erholen konnten, sind die Bestände von vielen noch so klein, dass sie auf der Kippe zum Aussterben stehen. Bedroht werden Wale aber nun auch durch die Klimaerwärmung, die in den Polarmeeren ihre wichtigsten Nahrungsquellen haben.

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