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Greenpeace: Infrarotbilder zeigen, dass der Atommüll radioaktiver als bislang ist

Florian Rötzer 09.11.2008

Die Castor-Proteste werden auch die Nacht über andauern

Auch am Sonntagabend versuchen die Atomgegner weiterhin, die Gleise zu blockieren oder sich an diese anzuketten, um die Fahrt des Castor-Zugs zu verzögern. Wiederholt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Atomgegnern und Polizei. Es wurde auch bereits mit Straßenblockaden begonnen. Für die Aktionen in der Nacht wurde von den "Volkxküchen" aufgerufen, die Demonstrierenden zu versorgen, denen die Lebensmittel ausgehen: "Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Zuccini, Mandarinen und Bananen Milch, Brot, Schokolade, Müsli-Riegel, Studentenfutter, Trockenfrüchte, Süßigkeiten, Tetra- oder Plastikflaschen mit Saft und Wasser+++Alles was man gut mitnehmen kann+++Wenn möglcih BIO-Lebensmittel+++Alles was Kraft gibt in den Blockaden+++." Offensichtlich kamen Essensspenden schnell und reichlich. Auch Decken und Schlafsäcke werden benötigt. Aktuelle Mitteilungen der Atomgegner: [extern] Tag-X-TICKER der CASTOR-NIX-DA Kampagne oder [extern] Castor2008 auf Twitter.

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TN 85-Behälter mit einer Infrarotkamera fotografiert. Bild: Greenpeace

Die Umweltorganisation Greenpeace [extern] nutzt den Castor-Transport auch dazu, gegen die Einlagerung von Atommüll in Salz generell zu protestieren. Aktivisten von Greenpeace, die seit einigen Tagen im Atommülllager Asse protestiert haben, in dem gegen viele Auflagen verstoßen wurde, Wasser eingedrungen ist, auch Plutonium gelagert wurde und die Fässer durchzurosten drohen ([local] Supergau der Endlagerfrage), haben sich am Sonntag den Protesten in Gorleben angeschlossen ([local] Proteste gegen Atommüll-Transporte und das geplante Endlager in Gorleben).

"Was im Atommülllager Asse passiert ist, darf sich in Gorleben nicht wiederholen", sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. Es seien dieselben politischen Entscheidungsträger und Gutachter, die sowohl für den Asse-Skandal verantwortlich seien als auch für den Standort Gorleben. Greenpeace fordert, Gorleben als Endlager aufzugeben und Atommüll prinzipiell nicht mehr in Salzstöcken zu lagern.

TN 85-Behälter mit einer Infrarotkamera fotografiert. Bild: Greenpeace

Im Bahnhof Wörth/Berg an der französischen Grenze hatte Greenpeace heute mit einer wärmeempfindlichen Infrarot-Kamera die neuen französischen Behälter TN 85 fotografieren lassen. Das von Greenpeace veröffentlichte Bild zeigt nach [extern] Angaben der Umweltorganisation, dass die Wärmeentwicklung höher als in den Jahren zuvor sei, weil die Brennelemente stärker mit Uran-235 angereichert seien.

"Die nach Gorleben rollende Fracht ist radioaktiver als alle bisher nach Deutschland gebrachten Abfälle", erklärt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. Höher angereichertes Uran werde auch in den alten deutschen Atomkraftwerken eingesetzt. Das erzeuge mehr Leistung, so Greenpeace, führe aber auch zu höheren Sicherheitsrisiken.

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