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Mehr deutsche Banken wollen Hilfe

Ralf Streck 13.11.2008

Umsatzeinbrüche in der Technologiebranche, US-Finanzminister nimmt vom ursprünglich geplanten Aufkauf fauler Krediten von den Banken Abstand

Nachdem schon die Aktienmärkte in den USA und in Asien deutlich im Minus geschlossen hatten, drehten auch die Börsen in Europa heute zunächst ins Minus. Das hat auch damit zu tun, dass Deutschland wie erwartet in die Rezession [local] abgerutscht ist. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal dieses Jahres sogar noch deutlich [local] stärker geschrumpft, als von den Experten erwartet wurde. Warum man das als "technische Rezession" bezeichnet, muss das Geheimnis der Kommentatoren bleiben, denn allgemein geht man davon aus, dass [local] die Rezession länger dauern wird. Allerdings haben die Kurse an den europäischen Börsen gegen Mittag erst einmal wieder leicht ins Positive gedreht.

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In New York ging gestern der Dow-Jones-Index am dritten Tag in Folge in den Keller und fiel um mehr als 400 Punkte und 4,7 % auf 8.282 Punkte. Der technologieorientierte Nasdaq-Index fiel sogar um 5,1 Prozent auf 1.499 Punkte. In Tokio folgte der Nikkei-Index und verlor erneut 5,3 %. Auch heute sackt der Dow Jones noch weiter ab.

Das hat vor allem mit Alarmstimmung in der Technologiebranche zu tun, weil Intel einen großen Umsatzeinbruch meldet. Die Prognose für das vierte Quartal wurde am Mittwoch um 14 % auf rund neun Milliarden Dollar gesenkt. Im dritten Quartal hatte Intel ungeachtet der Finanzkrise noch 10,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Intel gilt als Stimmungsbarometer und nun werden Horrormeldungen von anderen Unternehmen der Branche erwartet. Die Chip-Hersteller National Semiconductor und Applied Materials kündigten bereits Stellenstreichungen an.

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Verantwortlich dafür ist aber auch das Eingeständnis des US-Finanzministers Henry Paulson, dass sein Rettungspaket nicht wirkt. Er hat sich nun von seinen [local] Plänen verabschiedet, den Banken die wertlosen Kredite und Wertpapiere abzukaufen: "Unsere Analyse ergibt, dass das nicht die beste Verwendung der Rettungsgelder ist." Man prüfe drei weitere Ansätze, wie sich die 700 Milliarden Dollar aus dem Rettungsfonds verwenden ließen. Banken rsollen ekapitalisiert werden, aber es müsse auch Hilfen für Verbraucher geben. Konkret sprach er Autokredite, Studentendarlehen und Kreditkartenschulden an, weil dort größere Probleme lauerten. Die Einsicht kommt erneut sehr spät bei Paulson. Man darf abwarten, ob ihm dämmert, dass das zentrale Problem bei den [local] Immobilienkrediten liegt. Ob beim Rettungsprogramm direkt etwas für die Hausbesitzer getan wird, ist weiter unklar. Die Diskussion sei noch nicht abgeschlossen. Ein neuer teurer Kursschwenk des Noch-Finanzministers ist möglich.

Heftige Verluste in einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro musste nun aber auch Siemens für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 zum 30. September melden. Doch das habe bisher vor allem mit der Umstrukturierung und Rückstellungen für Strafzahlungen aus den Korruptionsskandalen zu tun, heißt es vom Konzern. Die Krise mache sich noch kaum bemerkbar. Doch auch bei Siemens stellt man sich auf harte Zeiten ein: "Der Abschwung ist in der Realwirtschaft angekommen und wird sich auch bei uns niederschlagen", sagte Konzernchef Peter Löscher.

Nach einer [extern] dpa-Meldung sollen bislang 20 deutsche Banken Anträge eingereicht haben, um Unterstützung aus dem staatlichen Rettungspaket zu erhalten. Staatssekretär Walther Otremba vom Bundeswirtschaftsministerium nannte keine Namen, deutete aber an, dass es sich um etwa eben so viele private wie staatliche Banken handelt. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) meldete für das dritte Quartal erneut 3,1 Milliarden Euro Verluste. Die bislang gewährte Hilfe von 50 Milliarden wird also nicht ausreichen, um die HRE zu stützen.

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