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Israel erhält die Angriffsdrohung auf iranische Atomanlagen aufrecht

Florian Rötzer 06.12.2008

Man bereite sich auf einen Angriff auch ohne Unterstützung der USA vor, sollen Militärs der Jerusalem Post berichtet haben

Israel halt die seit Jahren aufgebaute Drohkulisse gegenüber Iran weiter aufrecht. Das israelische Militär (IDF), so berichtet die Jerusalem Post, soll Pläne ausarbeiten, die iranischen Atomanlagen auch ohne die Unterstützung der USA anzugreifen. Wirklich glaubhaft ist dies allerdings nicht.

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Die Bush-Regierung hat deutlich gemacht, dass sie einen Angriff nicht deckt, zumal die Möglichkeit, Atombomben herzustellen, nicht unmittelbar droht. Das Pentagon hat in Israel allerdings ein Radarfrühwarnsystem [local] installiert , das von US-Soldaten betrieben wird. Bei einem iranischen Angriff würden damit auch direkt US-Truppen angegriffen werden. Allerdings hätte, so wird auch vermutet, das Pentagon damit eine Möglichkeit, den israelischen Luftraum besser zu kontrollieren, um nicht völlig von einem israelischen Angriff auf Iran überrascht zu werden. Sollte Israel tatsächlich nicht nur die Drohkulisse aufrechterhalten, sondern wirklich angreifen, wären die USA, ob die Regierung will oder nicht, in den Konflikt mit unübersehbaren Folgen für die Region hineingezogen..

Wie die Haltung des neuen US-Präsidenten Obama zum Iran tatsächlich ist, lässt sich noch schwer sagen, bevor er nicht sein Amt angetreten hat. Er hatte Israel allerdings bedingungslose Unterstützung in Sicherheitsfragen [extern] angeboten. Mit der Nominierung von Hillary Clinton als Außenministerin dürfte sich der Kurs, den die Bush-Regierung gegenüber Iran eingeschlagen hat, nicht groß ändern.

Informanten aus dem Militär haben gegenüber der Jerusalem Post wieder einmal gesagt, dass es zwar schwierig sei, die iranischen Anlagen ohne Koordination mit den USA und der US-Luftwaffe anzugreifen, weil der irakische Luftraum weiter von den USA kontrolliert wird, aber dass es trotz einiger Risiken nicht unmöglich wäre. Das Sicherheitsabkommen zwischen Irak und den USA, das ab nächstem Jahr gültig wird, sieht zudem vor, dass die USA irakisches Territorium und den Luftraum nicht nutzen dürfen, um einen anderen Staat anzugreifen. Möglich wäre, dass Israel für einen Angriff den türkischen Luftraum nutzen könnte, wie dies auch der Fall war, als die israelische Luftwaffe die vermeintliche Atomanlage in Syrien bombardiert hat. Allerdings ist kaum vorstellbar, dass die Türkei – auch als Nato-Staat – die Benutzung ihres Luftraums für einen Angriff auf den Iran gestatten würde.

Kürzlich [extern] berichtete Iran, dass nun in der Wiederaufbereitungsanlage in Natanz bereits 5000 Zentrifugen in Betrieb seien. Erneut wurde versichert, dass man weiter Uran anreichern werde und das Recht dazu wahrnehme, dass Iran als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags habe. Selbst in Israel geht man nun davon aus, dass Iran frühestens Ende 2009 ausreichend Material für eine Atombombe haben könnte. Mit dem Preisverfall des Öls wird aber der Iran nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch und politisch geschwächt. "Es gibt noch immer Zeit, und man muss jetzt nicht überstürzt eine Operation ausführen", sagte ein israelischer Regierungsangehöriger der Zeitung. "Das Regime beginnt bereits auseinander zu fallen und wird höchsten noch 10 Jahre an der Macht sein." Die iranische Führung [extern] betrachtet einen Preis von 75 US-Dollar pro Barrel Rohöl als fair und wird dementsprechend Druck auf die Opec ausüben. Allerdings will man realistischer den Haushalt 2009 auf der Grundlage eines Preises von 45 Dollar machen.

Der Iran, der gerade den Bau von zwei weiteren Reaktoren in Bushehr [extern] ankündigte, dürfte allerdings, sollte es wirklich ein heimliches Atomwaffenprogramm geben, trotz aller Rhetorik kaum jemals eine Atomwaffe zum Angriff auf Israel einsetzen. Atomwaffen würden vor allem zum Schutz vor Angriffen dienen. Israel dürfte auch selbst kaum von einem nuklearen Angriff ausgehen, sondern wird vor allem daran interessiert, in der Region die einzige Atommacht zu bleiben. Die iranische Führung gibt sich cool und geht nicht von einem drohenden Angriff Israels aus, da die die Situation in der Region zu schwierig sei. Ein Sprecher des Außenministeriums [extern] sagte, Israel äußere "Drohungen, um seine psychologische und mediale Kriegsführung auszubauen".

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Kommentare lesen (237 Beiträge)
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