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Credit Crunch

Peter Mühlbauer 24.12.2008

Der Economist beschenkt seine Leser mit einem Brettspiel zur Finanzkrise

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Der Weihnachtsausgabe des Economist liegt dieses Jahr das Brettspiel Credit Crunch bei, das die Zeitschrift selbst wie folgt beschreibt:


Our board game pits players against each other and encourages them against the weakest, kick opponents when they are down and generally manifest all the characteristics that bring success in the financial world.

Credit Crunch lässt sich auch mittels [extern]  zweier [extern] PDF-Dateien ausdrucken. Online gibt es [extern] auch [extern] 30 [extern] Finanzrisiko-Karten, falt- und aufstellbare [extern]  Figuren sowie das Spielgeld, den "Econo", der in Noten zu [extern] 10, [extern] 50, [extern] 100, [extern] 500 und [extern] 1.000 Millionen ausgegeben wird. An Eigenkapital müssen die Spieler neben einem Drucker, Papier und Toner noch eine Schere zum Ausschneiden und vier Münzen aufbringen.

Die Regeln ähneln sehr stark denen des Monopoly-Spiels: Am Anfang werden die Finanzrisikokarten verdeckt auf das dafür vorgesehene Feld gelegt. Dann wählt jeder der drei bis sechs Teilnehmer eine Figur und enthält 500 Millionen Econos. Statt eines Würfels werden die vier Münzen geworfen. Danach darf ein Spieler für jeden oben liegenden Kopf ein Feld vorrücken. Liegen alle vier Köpfe oben, darf er noch einmal werfen. Gleiches gilt, wenn er vier Mal Zahl wirft.

Landet ein Spieler auf einem Feld mit einem Pluszeichen, dann bekommt er Geld von der Bank. Kommt er auf ein Feld mit einem Minuszeichen, dann muss er Geld an sie zahlen. Plusfelder finden sich in der ersten Hälfte des Spiels, wobei die ausgezahlten Summen immer größer werden. Der Einstieg in den Subprime-Markt bringt 10 Millionen, das "Repackaging" von Subprime-Schulden 50, ein Investieren in Island 100 und die Ernennung zum Finanzminister 300 Millionen. In der zweiten Hälfte des Spielfelds hagelt es dann so lange Verluste, bis das Feld "deemed too big to fail" Rettungsplangelder in Höhe von einer Milliarde Econo in die Kasse spült.

Ziel des Spiels ist, der letzte übrig gebliebene Teilnehmer zu sein, der noch Geld zur Verfügung hat. Um das zu erreichen, muss man versuchen, andere Spieler zu schädigen. Damit es nicht zu friedlich zugeht, "ermutigen" Risiko-Karten die Spieler zu solchem Verhalten. Darauf steht dann zum Beispiel, dass ein beliebiger anderer Spieler durch den Verkauf von umverpackten Subprime-Krediten an Pensionsfonds drei Felder zurückversetzt werden kann oder dass durch die Bewilligung einer Bonuszahlung 300 Millionen Econos von ihm eingezogen werden. Allerdings gibt es auch Risikokarten, die sich negativ auf die Finanzlage das Spielers auswirken, der sie zieht. Eine Ermittlung von Aufsichtsbehörden etwa kostet 200 Millionen.

Spieler, die Zahlungsanforderungen nicht mehr nachkommen können, müssen sich Geld von anderen Spielern leihen, wobei der Zinssatz "frei verhandelbar" ist. Beschränkungen gegen Wucher gibt es nicht. Teilnehmer, denen niemand mehr etwas leiht, müssen in "Chapter 11" oder werden von anderen übernommen. "Chapter 11" steht im US-Finanzrecht für die Insolvenz. Wer dreimal dort landet, der muss ausscheiden. In der Insolvenz bleibt ein Spieler so lange, bis er viermal Kopf oder viermal Zahl wirft oder bis er übernommen wird. Hat er eine “Get-out-of Chapter-11”-Karte, kann er auch diese dafür einsetzen. Ähnlich wie beim Monopoly-Gefängnis fängt er nach einer Insolvenz wieder auf dem Start-Feld an.

Wird ein Spieler wegen Zahlungsunfähigkeit übernommen, dann muss der Käufer dessen Schulden zahlen. Auch Übernahmeschlachten sind möglich, das Höchstgebot geht in solchen Fällen an die Bank. Nach einer Übernahme spielen der Käufer und der Übernommene als ungleiches Team, in dem der Käufer bestimmt. Er entscheidet, wer von den Risiko-Karten profitiert, die der Übernommene bekommt, und wer darunter leidet. Eigene Zahlungsanforderungen kann er aus dem Vermögen des Übernommenen begleichen. Ob er dagegen Forderungen an den Übernommenen aus dem eigenen Vermögen zahlt, steht ihm frei. Verschuldet sich der Übernommene erneut, dann kann er ihn auch erneut in Insolvenz gehen lassen. Allerdings ist der Übernommene dann mit einem entsprechenden Wurf wieder frei. Eine Übernahme ist in einem solchen Insolvenzverfahren nur durch einen dritten Spieler möglich. Derjenige, der einen Übernommenen in die Insolvenz schickte, kann erst wieder im nächsten Verfahren zugreifen.

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Kommentare lesen (7 Beiträge)
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