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"Reclaim the Money"

Florian Rötzer 19.03.2009

Die Polizei in London bereitet sich auf Ausschreitungen und "Überfälle im Guerilla-Stil" während des G20-Gipfels vor

Erst vor kurzem hatte Scotland Yard [local] berichtet, dass man sich angesichts der Wirtschaftskrise auf einen "heißen Sommer" vorbereite. Die Sorge besteht, dass aus Protesten Unruhen entstehen, an denen auch unzufriedene Menschen aus der Mittelschicht teilnehmen. Verstärkt wird die Sorge durch schnell wachsende Arbeitslosenzahlen.

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Jetzt [extern] fürchtet die Polizei in London, dass es bereits am 2. April während des G20-Gipfels zu Unruhen kommen könnte und bereitet sich darauf mit starkem Polizeischutz vor. Tausende Sicherheitskräfte würden die Straßen bewachen, um zu verhindern, wie es heißt, dass friedliche Demonstrationen von Gewalttätern vereinnahmt werden. Auch die Aktivisten [extern] kündigen für den G20-Gipfel einen "heißen Sommer", einen "summer of rage" an. In Abwandlung des Slogans "Reclaim the Sreets" heißt es nun "Reclaim the Money".

Erst am Montag hat die Metropolitan Police eine neue Kampagne [extern] gestartet und bittet alle Menschen, verdächtiges Verhalten sofort zu melden. Die Menschen sollten "ihren Instinkten vertrauen" und auch "unübliches Verhalten" berichten. Der Slogan ist: "Verlasse dich nicht auf andere. Wenn du etwas Verdächtiges bemerkst, melde es!" Allerdings heißt es, die Kampagne sei nicht als Reaktion auf eine bestimmte Gefährdung gestartet worden. Die Gefahr von Terroranschlägen bestünde aber weiterhin. Es könnte aber auch sein, dass man vor dem G20-Gipfel sicher gehen will.

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Angeblich hätte die Polizei von den Geheimdiensten Informationen erhalten, dass Gruppen "Überfälle im Guerilla-Stil" auf Hotels, in denen die Regierungschefs wohnen, oder andere Gebäude machen könnten. Verwiesen wird auf Umweltaktivisten und Anarchistengruppen, die Proteste mit Slogans wie "Stürmt die Banken" oder "Schlagt einen Banker" angekündigt haben. So wird etwa für den 1. April zu dieser Aktion [extern] aufgerufen: "RECLAIM THE MONEY, storm the banks and send them packing." Für den 2. April heißt es: "A day of fucking up the summit and other adventures. Be warned. Be aware. Be ready!"


At 12 noon, April 1st, we're going to reclaim the City, thrusting into the very belly of the beast: the Bank of England.

Early a.m. April 2nd, we're going to bang on their hotel doors, @ the Excel Centre, Canning town to deliver our message of a world beyond capitalism.
Ankündigung von [extern] Meltdown in the City

Offenbar nimmt die Polizei die Slogans und Aufrufe ernst. Zwar gebe es keine Hinweise auf geplante Terroranschläge, vermutet die Times, aber es seien Notfallpläne entwickelt worden. Die Anschläge vom Juli 2006 in London während des G8-Gipfels in Gleneagles sind nicht vergessen, man könne nicht ausschließen, so ein Informant der Polizei, dass wieder ein solcher Anschlag ausgeführt werden könnte. Allerdings richtet sich der Aufmarsch der Sicherheitskräfte nun in erster Linie gegen die geplanten Proteste und Demonstrationen. Sorge hat man vor allem vor der "Massenstraßenparty" vor der Bank of England am 1. April, wo man zum Sturm auf die Banken aufruft.

Der G20-Gipfel findet in London vor dem Hintergrund [extern] wachsender Arbeitslosigkeit und verpuffender Rettungspakete und Konjunkturprogramme statt. Jetzt sind bereits 2 Millionen Menschen arbeitslos, bis nächstes Jahr, so wird erwartet, dürfte die Zahl auf mehr als 3 Millionen ansteigen. Damit würde die Arbeitslosenrate bei 10 Prozent liegen. Auf jedes Stellenangebot kämen bereits 10 Arbeitssuchende.

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Kommentare lesen (47 Beiträge)
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