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Schaltet Israel vom Luftangriff auf den Cyberwar gegen Iran um?

Florian Rötzer 08.07.2009

Die USA geben Israel kein grünes Licht für einen Militärschlag, sagte US-Präsident Obama nach einigen Irritationen. Israel könnte nach einer Alternative in einem virtuellen Angriff suchen

US-Vizepräsident Biden hatte sich missverständlich ausgedrückt, als er am Wochenende auf die Frage, wie sich die USA bei einem israelischen Angriff auf iranischen Atomanlagen verhalten würde, [extern] antwortete, dass Israel für sich selbst entscheiden könne. Daraus wurde abgeleitet, dass die USA Israel freie Hand lassen würden. Iran reagierte entsprechend und [extern] erklärte, man werde nach einem Angriff "entschieden und schmerzhaft" zurückschlagen.

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Biden hatte aber ausdrücklich gesagt, dass die US-Regierung einem souveränen Staat nicht diktieren könne, was er machen soll und was nicht. Präsident Obama hat am Dienstag noch einmal [extern] gemacht, dass ein souveräner Staat zwar tun könne, was er will, aber dass seine Regierung Israel absolut kein grünes Licht für einen Angriff geben würde. Die Politik der USA sei es, das iranische Atomproblem auf friedliche Weise diplomatisch zu lösen. Aber natürlich eine Duldung etwas anderes wie grünes Licht zu geben. Ohne Duldung der USA würde Israel sicherlich keinen Angriff führen, zumal Luftangriffe vermutlich den irakischen Luftraum benutzen müssten.

Auf diesem Hintergrund tauchen nun Informationen auf, die nahelegen, dass Israel zwar den Iran nicht militärisch, aber mittels eines Cyberkriegs angreifen könnte. Es handelt sich allerdings nur um [extern] Spekulationen, die die Nachrichtenagentur [extern] Reuters zusammengetragen hat, die aber von allen israelischen Medien [extern] veröffentlicht wurden.. Es gebe schon seit einem Jahrzehnt ein Cyberkriegprojekt, das jetzt realistischer erscheine, nachdem ein Luftangriff kaum durchführbar wäre, die unterirdischen, gut geschützten Ziele auch vielleicht gar nicht zerstören und mit fehlendem Rückhalt der USA auch fatale Folgen haben könnte.

Ein Schwäche Irans seien seine digitalen Netzwerke, sagte ein kürzlich aus dem Amt geschiedenes Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts gegenüber Reuters. Man habe dementsprechend gehandelt. Scott Borg, Direktor der [extern] U.S. Cyber Consequences Unit, die u.a. US-Regierungsbehörden berät, meinte gegenüber Reuters, dass nach seinen Gesprächen mit israelischen Experten Israel fortgeschrittene offensive Mittel für einen Cyberkrieg entwickelt habe. Israels Geheimdienste könnten Malware in Software oder Hardware, beispielsweise einem USB-Stick, implementieren, die von den Iranern gebraucht und unwissentlich ins Land gebracht werden.

Verwiesen wird auf den iranischen Geschäftsmann Ashtari, der letztes Jahr als israelischer Spion zum Tode durch Hängen [extern] verurteilt wurde, weil er angeblich für den Mossad gearbeitet hat. Er soll israelische Kommunikations- und Sicherheitstechnik an die iranische Regierung verkauft haben und an einem Plan beteiligt gewesen sein, die Kommunikation von Mitarbeitern des iranischen Atomprogramms abzuhören. Er sei angewiesen worden, [extern] sagte er in einem "Gespräch" mit dem iranischen Fernsehen, den Militärs Kommunikationsgeräte zu geben, die verwanzt waren, um sie abhören zu können, oder in denen sich GPS-Sender befanden.

Ein Cyberwar habe den Vorteil, so Borg, dass er verdeckt geführt werden und der Täter alles abstreiten könne. Der Nachteil sei allerdings, dass selbst dann, wenn der Angriff erfolgreich war, der Betroffene den Schaden auch leugnen und verbergen könne, während militärische Angriffe schlicht eine sichtbare materielle Zerstörung hinterlassen.

Möglicherweise waren bei dem Luftangriff im September 2007 auf einen angeblichen Atomreaktor in Syrien die Cyberkriegkapazitäten der Israelis schon deutlich geworden. Damals wurde bereits spekuliert, wie die israelischen Flugzeuge unbemerkt in den syrischen Luftraum hatten eindringen können, obgleich Syrien – ebenso wie der Iran - mit dem russischen TOR-Flugabwehrsystem ausgerüstet ist. Angeblich seien die Kampfflugzeuge mit einem von dem Rüstungskonzern BAE entwickelten System namens "Suter" ausgerüstet gewesen, mit dem sich Angriffe auf Computernetzwerke ausführen lassen. Damit könne man nicht nur in diese eindringen und sie lahmlegen, sondern auch die Steuerung zu übernehmen. Das sei auch mit den TOR-M1-Luftabwehrsystemen möglich gewesen ([local] Hat die israelische Luftwaffe russische Luftabwehrsysteme in Syrien ausgetrickst?).

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Kommentare lesen (25 Beiträge)
Re: Braucht der Iran den Konflikt mit Israel politisch wirklich? (Ommadawn 10.7.2009 0:11)
Re: Braucht der Iran den Konflikt mit Israel politisch wirklich? (smirre 9.7.2009 23:58)
Das iranische Regime ist gegenwaertig mit Krieg gegen eigenes Volk beschaeftigt, (Lew Albakin 9.7.2009 17:30)
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